Wie Angela Merkel

Heute hatte Rubens Kita-Freundin Kathleen Geburtstag. Deshalb war sie nach dem Morgenkreis die Bestimmerin. Sie durfte bestimmen, dass sie was spielen will. Aber die anderen Kinder durften bestimmen, was gespielt wird, erläutert Ruben. Denn sonst hätte Kathleen ja alles bestimmt – dann wäre sie ja Angela Merkel. Aber ich hab noch nie gesehen, dass Kathleen so gemacht hat, schließt Ruben und zieht den berühmten Kanzlerinnen-Flunsch, der uns schon seit Jahren erfreut.

Mama beömmelt sich, was Ruben so sehr begeistert, dass er eine Zugabe verspricht: Warte, ich hab’s nicht richtig gemacht. Ich zeig dir, wie sie macht! Doch jetzt passt es gerade nicht so, weil Mama Auto fährt. Als die Familie endlich ausgestiegen ist, sagt Mama: “Also, jetzt kannst Du’s mir zeigen!”

Ruben macht mit großer Geste den Merkel-Schmollmund und fragt: Wieso macht Angela Merkel eigentlich immer so? Zwei zehnjährige Mädchen auf der Straße werfen sich weg vor Lachen.

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Mats Fummel

Weil Ruben jetzt im Verein Fußball spielt und dort lauter kleine Jungs mit Messi- und Ronaldo-Trikots rumlaufen, habe ich ihm ein weißes Trikot gekauft, auf dessen Rückseite sein Name prangt und die Nummer 5. Jetzt möchte Ruben das Trikot auch jeden Morgen in die Kita anziehen.

Nur mit der Rückennummer ist er nicht einverstanden. Ich will nicht die Fünf haben, mault er. Wieso hab ich die Fünf?
-
“Weil du fünf Jahre alt bist.”
- Die Fünf ist ein schlechter Spieler.
-
“Wie kommst Du darauf? Wer hat das behauptet?”
- Okan.
- “Das ist Quatsch. Jeder, der das Nationaltrikot anziehen darf, ist ein guter Spieler.”
- Und wie heißt der, der die Nummer 5 hat?
Ich überlege fieberhaft. Jetzt nur keinen Fehler machen. Um Zeit zu gewinnen, sage ich: “Das ist unterschiedlich. Es sind ja immer neue Spieler gut.” Schließlich fällt mir der aktuelle Träger ein: “Mats Hummels!”, sage ich. “Das ist der schönste deutsche Fußballspieler. Alle Frauen finden den toll!”
Ruben schaut mich zweifelnd an.
- Mats Fummel?

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Mein Gott aus diesem Jammertal

Schlafengehenszeit. Der kleine Mann ist müde, und der noch kleinere Mann ist noch müder. Aber heute gibt es keine CD zum Einschlafen, heute singt Mama selber: Nun ruhen alle Wälder.

Breit aus die Flügel beide,
o Jesu, meine Freude,
und nimm dein Küchlein ein!
Will Satan mich verschlingen,
so lass die Englein singen:
Dies Kind soll unverletzet sein.

Die innige Darbietung meiner Frau treibt mir altem Agnostiker wie immer Tränen der Rührung in die Augen. Als meine Liebste einen Hustenanfall bekommt und sich unterbricht, ruft Anatol: Sig! Doch da er dabei die Arme Richtung CD-Spieler ausfährt, ist schnell klar, dass Mama nicht etwa weitersingen, sondern lieber die bewährte Musik-CD mit den Kinderliedern von den Lieben Sieben anmachen soll.

Der Tag ist nun vergangen,
die güldnen Sternlein prangen
am blauen Himmelssaal;
also werd ich auch stehen,
wenn mich wird heißen gehen
mein Gott aus diesem Jammertal.

Wehmütig denke ich an die Fahrten über belgische Autobahnen, als Mein Gott aus diesem Jammertal der Soundtrack zu unserem Leben war, weil der kleine Rubelmann nicht müde wurde, das Große Kinderlieder-Album rauf und runter zu hören. Wir amüsierten uns königlich über den bajuwarischen Kinderchor, der sämtliche bekannten Volkslieder in schönstem Kanzelbairisch darbot: dass dich färbthh die rrrothhe Thhinthhe, und dann bisthh du thhothh…

Ein besonderes Highlight war immer Paul Gerhardts Nun ruhen alle Wälder*, doch darauf kann Anatol heute keine Rücksicht nehmen. Statt antiaufklärerischer Strenge mit Cembalo-Untermalung bevorzugt er eben tierlieben Schmusesound mit Kitsch-Keyboard. Der Ruben zum Glück ebenfalls gefällt. Und seinen Zweck erfüllt.

Die lieben Sieben schlafen schon – schlaf auch du!

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* In der neuesten Auflage der CD ist diese schöne Aufnahme leider nicht mehr dabei und wurde durch Als wir jüngst in Regensburg waren ersetzt…

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Every Day Is A Veggie Day

Ruben ist jetzt offiziell Vegetarier. Gestern habe ich den Brief abgegeben, mit dem wir die Kita-Leitung bitten, dem Wunsch unseres Sohnes nach fleischloser Kost Rechnung zu tragen.

Wie es dazu kam? Ich kann nur Vermutungen anstellen. Neulich haben Ruben und seine Mama gegen die Massentierhaltung demonstriert. Und während die kompromisslerischen Eltern nur so ein bisschen gegen die Agrarindustrie sind, aber eigentlich weiterhin Fleisch essen wollen, hat der Sohn die moralischen Konsequenzen seines Tuns begriffen und möchte Verantwortung dafür übernehmen.

- Ich möchte kein Fleisch mehr essen.
- “Du möchtest also Vegetarier werden? Gut.”
- Ja. Ich möchte, dass es den Tieren gutgeht.

Sein Vorbild dabei ist Herr Tur Tur, der Scheinriese aus Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer.  Der sagt in einer eindrücklichen Szene zu Jim und Lukas: Ich bin ein großer Freund der Tiere. Ich esse niemals Fleisch.

So fing es an. Inzwischen hat sich die Haltung verfestigt – seit mehreren Wochen isst Ruben konsequent kein Fleisch und keine Wurst mehr. Selbst vegetarische Ersatzwurst beäugt er misstrauisch, weil sie verdammt nach echter Wurst aussieht (und auch schmeckt). Meeresgetier geht auch nicht mehr.

Die Kuh ist wirklich wertvoll, dozierte mein fünfjähriger Sohn heute, deswegen esse ich vegetarisch. Überrascht war der kleine Rubelmann nur, als er erfuhr, dass Fischstäbchen und Spaghetti Bolognese auch von seinem Boykott betroffen sind. Er überlegte kurz, entschied sich dann aber ohne großes Bedauern für die Konsequenz.

Wir überdenken nun grundlegend unsere Einkaufsplanung. Womit wieder einmal bewiesen wäre: Eltern lernen nur durch Vorbilder…

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Urbanistik mit dem kleinen Rubelmann (Folge 1)

Dörfer sind das, was ich aus dem Fenster seh, wenn wir auf der Autobahn sind.

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Eisern Maldrid!

Neulich war Ruben mit seiner Quasi-Patentante Britta beim Fußball, genauer gesagt bei Union Berlin. Es war ein unwichtiges Testspiel gegen Arminia Bielefeld, aber seit jenem Wochenende grölt Ruben bei jeder Gelegenheit Eisern Union!, den Schlachtruf des Ost-Berliner Kultvereins.

In der Kita sind aber auch andere Vereine angesagt, zum Beispiel Real Madrid.
Warum heißen die Real Maldrid?, fragt Ruben.
- “Real ist spanisch für ‘königlich’”, erkläre ich. “Und Madrid ist die Hauptstadt von Spanien.”
Sind die Weltmeister?
“Nein, Weltmeister können nur Nationalmannschaften werden, also Deutschland oder Spanien oder Brasilien. Real Madrid kann nur die Champions League gewinnen. Da spielen die besten Mannschaften von Europa gegeneinander. Deswegen hieß es früher auch Europapokal.”
Ich sag auch Europapokal – für mich ist ja noch früher!

Dann setzt Ruben ein spontanes Testspiel an. Wir spielen jetzt: Ich bin Schönefeld, und du bist Mosambik. (Ruben hat einen Kita-Kollegen mit mosabikanischen Wurzeln.)
- “Du meinst Bielefeld…”, setze ich an, unterbreche mich dann aber, weil ich denke: Mosambik gegen Schönefeld, das ist doch viel schöner!

Beschwingt radelt Ruben über die holprigen Steinplatten des breiten Gehwegs in der Körtestraße. Eisern Maldrid!, grölt erund die Stange mit dem Warnfähnchen hinten an seinem Rad wackelt gefährlich hin und her, Passanten springen erschrocken zur Seite. Ein neuer Mythos ist geboren. Eisern Maldrid! 

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BQ

“BQ?”, fragt Mama nach dem Mittagessen. BQ ist Familienjargon für Bananenquark.
- “Gern”, sagt Papa.
- Ah, ich hätte lieber Milchreis, wirft Ruben ein.
- “Früher mochtest Du doch immer gern Bananenquark”, wundert sich Mama.
- Da hatte ich noch nicht diese Freude durch den Milchreis.

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Goldener Becher

Seit kurzem geht Ruben zum Fußball-Training. Die Übungsleiter bei den Minis des BSC Eintracht/Südring 1931 e.V sind recht nett mit den fünf- bis sechsjährigen Jungs, und der erfolgreichste Torschütze bekommt am Ende der Übungseinheit einen kleinen Wanderpokal überreicht, den er eine Woche behalten darf, aber zum nächsten Training wieder mitbringen muss.

Leider hat bislang immer derselbe Junge den Pokal mit nach Hause nehmen dürfen. Was Ruben indes nicht anficht: Ich war der Sieger – aber leider nicht Weltmeister. Da kriegt man nämlich einen goldenen Becher.

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Erkennungsdienstliche Behandlung

Ruben und Anatol spielen einträchtig zusammen. Das ist selten. Doch wir haben so viele Spielzeugautos, dass es ausnahmsweise einmal ohne Streit abgeht. Ein Auto haben wir sogar doppelt. Ruben richtet einen Parkplatz an der Türschwelle zum Arbeitszimmer ein, aber auch danach sind für Anatol noch ein paar Fahrzeuge übrig.

Dann gibt es Essen. Ein paar Matchbox-Autos dürfen mit an den Tisch genommen, wenn auch dort nicht weiter bewegt werden. Nach dem Abendbrot bekommen Mama und Papa beide einen roten Porsche überreicht: Damit man auch erkennen kann, dass ihr Mann und Frau seid.

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Knochenbabybauser, oder: Meta ist oben

Ich habe nur einen Fehler, sagt Ruben: Nie kommst du, wenn ich dich nicht rufe. Wieder so ein Satz von rätselhafter Schönheit und Paradoxie. Ich glaube, Ruben (5) sagt ihn vor allem, um wieder einmal Bewunderung für seine erstaunliche Sprachkompetenz einzuheimsen.

Wir sitzen am Tisch und essen zu Abend. Anatol (21 Monate) starrt mit pestoverschmiertem Mund vor sich hin. Als ich ihn anspreche, lächelt er mich an. Er wirkt sehr zufrieden. Dann will er aber doch aufstehen. Mama hebt ihn vom Stuhl, und er düst davon, Richtung Flur.

Ruben reißt die Situation wieder an sich. Er fragt, wer was sein will. Zur Auswahl stehen Bauser, Meta-Bauser, Baby-Bauser und Knochenbabybauser. Weder Mama noch Papa wissen, what the hell he’s talking about. Doch für Fragen ist jetzt keine Zeit, Antworten werden verlangt.

- “Wer bist du?”, frage ich, um Zeit zu gewinnen.
- Ich bin Meta-Bauser und Bauser, erklärt Ruben. Womit nur noch zwei Möglichkeiten übrig sind.
- “Ich bin Knochenbabybauser”, sagt Mama schnell. Bleibt für Papa bloß die Rolle als Baby-Bauser – was immer das ist.

- Was heißt Meta?, fragt der große Rubelmann.
- “Meta ist oben”, sagt Mama.

Ich will gerade fragen, was eigentlich ein Knochenbabybauser ist, da kommt Anatol wieder angelaufen. Er hat doch noch Hunger. Sissä!, verlangt er bestimmt. Aber auf seinen Kindersitz darf der Kleine, das weiß er, nur mit Klamottenschutz – den er freilich hasst wie die Pest. “Latz?”, fragt Mama lauernd. Töli wägt die Optionen. Ja, sagt er dann, und kurz darauf ist er wieder oben.

Ganz schön meta.

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Oh mai

Anatol (21 Monate) lernt nun jeden Tag ein neues Wort dazu. Hier ein kleines (unvollständiges) Glossar seines aktuellen Wortschatzes:

aah – Zähneputzen (es bleibt bei der Ankündigung)
Addo –
Auto
affai –
aufräumen
Ano –
Anatol
atthi –
anziehen oder aufstehen
auf! - Hör auf!
Balad - Marmelade
Baj - Ball
- Butter
Buff  (auch Blon) – Luftballon
Buh - Buch
Da! – Banane (Deiktisch; man muss sich Anatol vor der Obstschale stehend vorstellen. Obwohl die Banane das von ihm mit Abstand meistgegessene Nahrungsmittel ist, will das Wort nicht über Anatols Lippen)
eis, twei - eins, zwei (vor allem zur Ankündigung eines Sprungs auf dem Sofa eingesetzt)
eiss! – heiß!
Fa – Elefant
fess! - festhalten! (üblicherweise am Treppengeländer)
Flasche - Flasche
Hass - Hase oder Kaninchen
Huah (auch Bubä) - Ruben
Ja - Ja
Kaffi - alle Arten von Heißgetränken, auch im kalten Zustand genossen
Kees - Käse
Kussä! - Kuscheln!
mai – mehr
Miessi - Müsli
Miich - alle Arten von Getränken oder Speisen
Mo - Mond oder Mund
Müsä – Mütze
Nai! - Nein!
Nass (auch Nasse) - Nase
Nu na! – Gute Nacht!
Pfäh - Pferd
Pipi - Pipi oder Baby
- Socke
Siss - Windelinhalt
Wille - Windel

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Die Fantastischen Vier

Manche Sätze sind wie Findlinge. Sie kommen scheinbar aus dem Nichts und geben uns Rätsel auf, in ihrer sperrigen, schönen Undurchdringlichkeit. So wie der Satz, den Ruben am 19. Januar 2014 beim Radeln durch den Gleisdreieckpark gesagt hat: Ich habe vier Kräfte: Zauberkraft, Essenskraft, Körperkraft und eine ganz normale Kraft.

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Kaffi? Miich? Mai!

“Unser Kind deckt seinen Flüssigkeitsbedarf mit Badewasser”, stellt Mama trocken fest. Anatol sitzt derweil nass in der Badewanne und schlürft aus einem blauen Becher. Aber wir sind froh, wenn er überhaupt etwas trinkt. Er ist zwar allen möglichen Getränken gegenüber aufgeschlossen, trinkt aber meistens nur ein paar wenige Schlucke – zumindest seit wir die abendliche Flasche Milch abgeschafft haben, weil sie zu nächtlichem Magengrimmen führte.

Seit dieser Zeit heißt aber fast alles Miich, was wir Anatol anbieten (anfangs sogar feste Nahrung) – oder was er sich zuzuführen wünscht. Ob Wasser, Tee oder Apfelsaft: Gebieterisch fährt Töli seinen Arm aus und ruft: Miich!

In den letzten Tagen ist noch Kaffi dazugekommen. Damit ist nicht nur das tiefschwarze Gebräu aus Mamas geheimnisvoller Silberkanne mit dem Porsche-Design gemeint, sondern auch Papas Yogi-Tee, der ein bisschen nach Pfeffer und Kardamon und allerlei indischen Gewürzen schmeckt. Was Anatol im Gegensatz zu seinem Bruder nicht anficht. Begeistert schlürft er die braune Flüssigkeit in sich hinein und ruft: Mai!!!

Was es damit auf sich hat, verrate ich ein andermal. (Kleiner Tipp: hier findet sich Rubens Variante…)

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Der Mond!

Als Anatol vier Monate war und beide Eltern in Elternzeit, leisteten wir uns einen sündhaft teuren Urlaub auf einer Familien-Finca auf Mallorca. (Ich mache normalerweise keine Schleichwerbung, aber diese Agentur ist wirklich gut!)

Eines Abends sprangen wir in den Pool, ich weiß nicht mehr, wie spät es war, aber über uns schien bereits der Mond. Anatol schlief bestimmt schon, jedenfalls war er nicht dabei. Ruben und ich plantschten im beleuchteten Wasser herum, und ich wies meinen (damals knapp vierjährigen) Erstgeborenen auf Frau Luna am Firmament hin. Ruben wollte etwas sagen, doch weiter als bis Der Mond… kam er nicht, dann warf ich ihn in die Luft, und als er prustend wieder auftauchte und erneut ansetzte, etwas zu sagen, warf ich ihn abermals hoch, und er konnte wieder nur Der Mond! japsen.

Das wiederholten wir zu unser beider Vergnügen ein paar Mal, wobei ich mich über Rubens eingeschränkte Redefähigkeit lustig machte und jedesmal, wenn ich ihn hochwarf, “Der Mo-ond!” rief. Dann verschnauften wir etwas. Bis Ruben sagte: Machst du noch mal DER MO-OND! DER MO-OND!?

Seit dieser Zeit ist das unser beider privates Sprachspiel. Wenn Ruben Der Mond! sagt, weiß ich, er will in die Luft geworfen werden. Doch seit ich Ruben vor ein paar Tagen in Gegenwart seines kleinen Bruders hochgeworfen habe, gehört das Sprachspiel nicht mehr uns alleine. Wenn ich nun nach Hause komme, läuft Anatol (21 Monate) auf mich zu, ruft freudestrahlend Papa!, wirft die Arme in die Höhe und sagt sehnsuchtsvoll Mo’!

Nach zehnmal In-die-Luft-Werfen bin ich erschöpft und bestehe auf meinem Abendessen. Doch Anatol ist noch nicht zufrieden. Mo’! verlangt er und reckt den Arm gen Decke. Der Mond ist schließlich für alle da, und das jeden Abend.

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Die Tiere sind unruhig

Wie jeden Samstag stellt sich nach dem Frühstück die Frage: Was machen mit den Kindern?
- “Wir könnten zur Demo gehen”, schlägt Mama vor.
- Was ist eine Demo?, fragt Ruben.
Mama erklärt, worum es bei der heutigen Demonstration gegen die Massentierhaltung geht.
- Können wir da unterwegs Lukas hören?
- “Nein, wir fahren mit der S-Bahn. Das sind nur paar Stationen.”

Unter diesen Bedingungen ist Ruben nicht interessiert.
- “Da darf man ganz laut schreien”, hat Mama eine rettende Idee.
Das ändert die Interessenslage schlagartig.
- Was denn?, will unser Erstgeborener wissen.
- “Keine Pein für das Schwein – oder sowas”, improvisiert Mama.
Jetzt will Ruben doch auf die Demo.

Unterdessen blättern Anatol und Papa allerlei Tierbücher durch. Eines heißt Streichle mich, dann brumme ich. Wenn man über das Fell des jeweiligen Tiers streichelt, sorgt ein kleiner Chip dafür, dass der Affe juchzt, die Robbe jault und der Bär brummt.

Dann reden wir noch ein wenig über Fleischkonsum, und Ruben sucht seine Trillerpfeife.

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