Anna

Schau mal kann!, sagt Anatol. Und was er kann, ist wirklich erstaunlich. Er klettert allein das Klettergerüst hinauf, das eigentlich für Größere gedacht ist. Und er weiß schon sehr genau, was er will – vor allem, was er nicht will: Anna! Nicht die orange Trinkflasche, sondern die andere, türkisfarbene. Ich verfluche den Menschen, der die große Auswahl erfunden hat. Vor allem nachts um vier kann Anna ganz schön auf die Nerven gehen. Bis ich die richtige Flasche gefunden habe: Anna! Anna!! Anna!!! Endlich kann mein Kleiner ti’ke und wir haben Ruh bis morgen früh.

Bleibt noch das Lampeti, das Anatol für sich entdeckt hat, seit in irgendeiner Geschichte mal ein Trampeltier vorkam. Auch das Kind vom Reh kennt Anatol mit Namen: Rehkid. Und selbstverständlich auch die anderen Tiere des Waldes: Fos, Dass, Hassä, Wein. Der Esel muss zwar regelmäßig als Pfäät herhalten, aber ansonsten hat Anatol die Tierwelt im Griff. Vor allem die Mimau hat es ihm angetan. Kein Wunder, macht sie doch immer, was sie will – wie er. Doch nichts ist so schön wie die Pu-Tenne aus “Wide, wide, wenne…”.

So, aber nun noch meh’ Waft ti’ke. Und dann raus aus dem Hochstuhl: waufe. Es muss ja weitergehen. Schritt für Schritt.

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Schlachtenbild

Die WM geht auch an unserem Kleinsten nicht spurlos vorüber. Als ich Anatol (2) wickle, greift er sich ein liegengebliebenes Panini-Bild von der Wickelkommode. Es zeigt einen ghanaischen Fußballspieler, den wir in mehrfacher Ausfertigung haben. Deudad! sagt Anatol begeistert. Ob er mitbekommen hat, dass sich Ghana und Deutschland ein begeisterndes Spiel geliefert haben? Wer weiß. Jedenfalls hat er mitbekommen, dass alle für Deutschland sind, wenn hier Fußball geschaut wird. Aber am liebsten spielt er selber Fußball – vor dem Fernseher. Hauptsache, er steht nicht gerade dann davor, wenn Deudad ein Tor schießt.

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Rubelmannorakel reloaded

Nach dem großen Erfolg des Rubelmannorakels bei der EM 2014 gibt es auch bei der morgen startenden WM wieder die Möglichkeit, sich auf dem Gebiet Fußballsachverstand/Intuition/Wahrsagerei mit dem Experten Dr. Ruben “Rückennummer 5″ Rubelmann zu messen. Dem Gewinner winkt ein von Rubelmann handsigniertes WM-Poster. (Falls Ruben gewinnt, denke ich mir noch was aus…)

Wer Lust hat mitzutippen, ist herzlich eingeladen – hier geht’s zur Tipprunde…

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Kann ich

Papa: “Anatol, kannst du mal die Teller zum Tisch tragen?”
Anatol (2): Kann ich. Er zupft seinen Bruder am Ärmel. Robe, komm!

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Drohnenproblem

Sonntag Vormittag, wir fahren mit dem Auto Richtung Prenzlau und hören dabei Radio 1. Die Moderatoren führen ein missglücktes, weil zu flapsiges Interview zum Thema Einsatz von Drohnen durch die Bundeswehr. Meine Frau und ich unterhalten uns darüber, bis Ruben sich von der Rückbank aus einschaltet:
- Drohnen, das ist doch gefährlich – da ist viel Alkol drin, oder?
- “Du meinst Drogen”, verbessere ich meinen fünfjährigen Sohn lachend.
- Ach ja stimmt, lacht Ruben verlegen. Drogen, nicht Drohnen.

Sonntag Nachmittag. Nachdem wir unseren missglückten Familienausflug mit einem gelungenen Spielplatzbesuch im Graefe-Kiez ausgewetzt haben, schieben Ruben und ich unsere Fahrräder die Kreuzberger Friesenstraße hinauf.
- Papa, ist dir schon mal ein Fahrrad geklaut worden?, fragt mein Sohn.
- “Ja, sogar schon zweimal, aber noch nie in Berlin”, erwidere ich.
- Warum werden die Fahrräder geklaut?, hakt der kleine Rubelmann nach. Weil es viele böse Leute gibt?
- “Ach, so viele sind das gar nicht. Ich glaube, das sind immer dieselben Leute. Und ob die böse sind…? Die wollen halt nicht arbeiten für ihr Geld, darum klauen sie Fahrräder und verkaufen sie dann an andere Leute.”
- Und was machen die Bösen dann mit dem Geld? Kaufen sie sich davon Drohnen?

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Akkurat

Papa sucht nach der Abdeckung seines Fairphones. Sie hat sich selbständig gelöst und liegt nun irgendwo in der Wohnung rum.
- “Hast du vielleicht die Abdeckung von meinem Handy gesehen, so eine silbrige?”, frage ich Ruben. “Die hab ich irgendwo verloren.”
- Das ist ja blöd, erwidert Ruben. Dann kann ja der Akku rausfallen!
- “Akku. Was für Wörter du kennst!”, sage ich beeindruckt.
- Womit soll ein Handy denn sonst fonzionieren?, entgegnet mein fünfjähriger Sohn abgeklärt.

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Grötze für Deutschland

Wenn Hannover gegen Bremen spielt, wer gewinnt dann?, will Ruben wissen. Er möchte es wissen, weil er seit neuestem ein Shirt von Hannover 96 hat und gern zu den Siegern gehört.
- “Ich weiß nicht”, sage ich. “Die sind zur Zeit ungefähr gleich stark. So irgendwo um Platz 11 oder 12 in der Bundesliga.”
- Und wenn Deutschland mitspielt?
- “Deutschland spielt nicht in der Bundesliga, Deutschland spielt bei der Weltmeisterschaft. Die besten Spieler von der Bundesliga spielen dann in der Nationalmannschaft für Deutschland.”
- Mario Grötze spielt in der Nationalmannschaft.
-
Götze, nicht Grötze!”
- Warum nicht Grötze? Es gibt doch Rote Grötze!

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Breaking News

Schau mal: blau und rot, wie bei Barcelona!, sagt Ruben und präsentiert mir stolz seinen zweifarbigen Gips. Er ist ganz aufgekratzt ob der neuen Umstände, die sich im Alltag aber schon bald als eher lästig erweisen dürften: Baden darf er nämlich nur noch mit eingetütetem Arm, beim Essen braucht er Hilfe, und auch bei anderen Verrichtungen – denn es ist der rechte Arm, den er sich gestern gebrochen hat. Genauer gesagt, das untere Ende der Speiche, oberhalb der Handwurzelknochen. (Bei dieser Gelegenheit habe ich meinen anatomischen Wortschatz um das Wort Griffelfortsatz erweitert.)

Zum Glück ist es ein glatter Bruch, den mein Sohn sich da gestern zugezogen hat. Er war über ein Metallgatter geklettert, dabei abgestürzt und auf einen asphaltierten Parkweg gefallen. Nun muss er drei Wochen Gips tragen. Und den Arm ruhig halten.

Ha ha ha.

Als ich heute Abend nach Hause kam, balgte sich Ruben – nach og. Gips-Präsentation – sogleich mit seinem kleinen Bruder, der natürlich mit seinen zwei Jahren keinen Pardon kennt. Erst riss er mir die Brille von der Nase, setzte sich rittlings auf mich und krähte Hopp’eita!, dann warf er sich auf den großen Bruder. War vielleicht doch keine so gute Idee, mit einem Gipsarm auf dem Sofa kuscheln zu wollen. Aber Ruben ist unverdrossen und freut sich am Übermut seines Bruders.

Hart wird es erst morgen, wenn wir den Weltmeister-Pokal zurückgeben müssen (den Ruben neulich tatsächlich gewonnen hat und – dank Osterpause – drei Wochen behalten durfte). Und dem kleinen Panzenten dann endgültig klarwird, dass er nun auch drei Wochen keinen Fußball mehr spielen kann. Nicht mehr mit Papa zwischen Balkontür und Esszimmertür durchs Wohnzimmer wirbeln und bei jedem Schuss des Vaters Keintor schreien kann.

Aber Okan und Amr, seine Brüder im Gipse, werden ihm in der Kita anerkennende Blicke zuwerfen. Das ist gewiss. Immerhin.

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Keintor

Eines der ersten Wörter, die Anatol (2) sagen konnte, war Keintor. Kein Wunder, spielt Papa doch fast jeden Abend und auch heute Morgen mit Ruben (5) im Wohnzimmer Fußball. Ruben darf auf die breite Balkon-Doppeltür schießen, Papa nur auf den schmalen Esszimmerdurchgang. Trotzdem gibt es ständig Streit. Denn Tor ist, wenn Ruben sagt. Selbstverständlich sind ihm Treffer aus jeder Distanz erlaubt, bei Papa hingegen gelten eigene Regeln – die sich zudem ständig ändern können.

Verleitet Papa Sohnemann dazu, sich in Paradeabsicht auf den Boden zu werfen, und lupft dann den Stoffball über ihn hinweg ins Esszimmer, gilt es nicht. Dasselbe gilt (also nicht), wenn der Ball zwar die Torlinie überquert hat, Neuers Erbe ihn aber irgendwie noch fangen konnte.

Und dann die Spielstände! Schießt Papa beim Stand von 3:3 ein Tor, steht es plötzlich 4:4 – und das nicht etwa, weil Ruben vergesslich wäre oder nicht zählen könnte… Nein, ein imaginäres Tor muss noch anerkannt und schnell reingerechnet werden. Zum Glück ist es allgemeiner Konsens, dass bei 25 Schluss ist.

Papa kämpft um jeden Ball. Es steht 24:22 für Ruben, da verliert Papa im Strafraum einen Zweikampf, der Ball kullert in Zeitlupe an den Pfosten und von dort, na ja, ins Tor. Ruben jubelt und schreit: MAMA! 25 zu 22!! Ich hab gewonnen! 25 zu 22!! Der Unterlegene indes flüchtet sich sofort unter die Dusche, wie das bei enttäuschten Verlierern so üblich ist.

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Sieß!

Donnerstag morgen. Mit Unterhose, Schlafanzugoberteil und Wollhandschuhen bekleidet, rennt Ruben auf mich zu und schmiegt sich an mich. Das machen die Fußballspieler im Stadion so, erklärt mein Sohn. Sie laufen zu ihren Fans. Ruben (5) ist Manuel Neuer und spielt gegen Schalke, also seinen kleinen Bruder Anatol (2). Die Wohnzimmertür ist das Tor, und ab und zu fliegt schon mal ein Ball auf den Frühstückstisch im angrenzenden Esszimmer, denn die beiden Jungs haben einen harten Schuss – wobei Anatol auch gern mal wirft. Was ihn aber nicht daran hindert, voller Begeisterung sieß! zu rufen. Nun reißt er sich das Trikot vom Leib. Höchste Zeit, in die Umkleidekabine zu gehen.

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Kuh esse! (Säba!)

Der Ostermontag zeigt sich von seiner schönsten Seite in Lohr am Main: Die Sonne scheint, die Butterblumen leuchten, und die Bälle fliegen übers sattgrüne Feld. Schweren Herzens verlassen wir den Spielplatz in Flussnähe, doch es warten weitere Verlockungen: Bei Oma und Opa gibt es Kaffee und Kuchen auf der Terrasse.

Kuh esse!, frohlockt Anatol und strebt Richtung Parkplatz. Doch sein großer Bruder ist im Prokrastinationsmodus und hat es gar nicht eilig. Er hätte lieber noch ein bisschen Fußball gespielt, auch wenn der Ball, den wir uns von ein paar türkischen Jungs geliehen hatten, weiß-rosa gefleckt war: sponsored by Deutsche Telekom.

(- Rosa ist eine Mädchenfarbe!, hatte Ruben undankbar gemault.
- “Das ist gar nicht rosa, sondern magenta”, schiss ich klug. “Und die Telekom unterstützt immerhin Bayern München – die findest du doch so gut!”)

Kuh esse!, insistiert Anatol und dreht sich zu Ruben um, der in gut dreißig Meter Abstand hinter uns hertrottet.
- “Sag mal ‘Trödelliese!’”, souffliert Mama.
- Tüdlö!, wiederholt Töli bekräftigend.

Apropos Töli: Pünktlich zu seinem zweiten Geburtstag kann Anatol endlich seinen Namen aussprechen. Ging bislang nur Ano, gelingen ihm dank eines raffinierten logopädischen Tricks seiner Mutter nun alle drei Silben am Stück. Beim Schaukeln schubste Mama ihn im immergleichen Rhythmus an: A-na-TOL, A-na-TOL, A-na-TOL.

Nun freut er sich, dass wir uns freuen. Für ihn klingen Töli oder Ano aber auch okay. Feedbackfragen kann Anatol übrigens auch schon: Ja? Gut? sagt er dann, in perfekter Rückversicherungs-Intonation. Den Tonfall habe ich noch von seinem großen Bruder im Ohr: Okeh? Mach ma das so?

Aber vor allem legt Anatol darauf Wert, alle Erfahrungen selber zu machen – egal, ob er aus dem Autositz gehoben werden soll oder Papa gerade ein Glas Milch einzuschenken versucht: Säba! lautet das Leitmotiv dieser Tage. Das ist manchmal etwas anstrengend, aber ansonsten natürlich sehr super. Und wenn gar nichts mehr geht (zum Beispiel beim säba! Pullianziehen), kennt Anatol auch noch ein anderes Wort: Hääfän!

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Wie Angela Merkel

Heute hatte Rubens Kita-Freundin Kathleen Geburtstag. Deshalb war sie nach dem Morgenkreis die Bestimmerin. Sie durfte bestimmen, dass sie was spielen will. Aber die anderen Kinder durften bestimmen, was gespielt wird, erläutert Ruben. Denn sonst hätte Kathleen ja alles bestimmt – dann wäre sie ja Angela Merkel. Aber ich hab noch nie gesehen, dass Kathleen so gemacht hat, schließt Ruben und zieht den berühmten Kanzlerinnen-Flunsch, der uns schon seit Jahren erfreut.

Mama beömmelt sich, was Ruben so sehr begeistert, dass er eine Zugabe verspricht: Warte, ich hab’s nicht richtig gemacht. Ich zeig dir, wie sie macht! Doch jetzt passt es gerade nicht so, weil Mama Auto fährt. Als die Familie endlich ausgestiegen ist, sagt Mama: “Also, jetzt kannst Du’s mir zeigen!”

Ruben macht mit großer Geste den Merkel-Schmollmund und fragt: Wieso macht Angela Merkel eigentlich immer so? Zwei zehnjährige Mädchen auf der Straße werfen sich weg vor Lachen.

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Mats Fummel

Weil Ruben jetzt im Verein Fußball spielt und dort lauter kleine Jungs mit Messi- und Ronaldo-Trikots rumlaufen, habe ich ihm ein weißes Trikot gekauft, auf dessen Rückseite sein Name prangt und die Nummer 5. Jetzt möchte Ruben das Trikot auch jeden Morgen in die Kita anziehen.

Nur mit der Rückennummer ist er nicht einverstanden. Ich will nicht die Fünf haben, mault er. Wieso hab ich die Fünf?
-
“Weil du fünf Jahre alt bist.”
- Die Fünf ist ein schlechter Spieler.
-
“Wie kommst Du darauf? Wer hat das behauptet?”
- Okan.
- “Das ist Quatsch. Jeder, der das Nationaltrikot anziehen darf, ist ein guter Spieler.”
- Und wie heißt der, der die Nummer 5 hat?
Ich überlege fieberhaft. Jetzt nur keinen Fehler machen. Um Zeit zu gewinnen, sage ich: “Das ist unterschiedlich. Es sind ja immer neue Spieler gut.” Schließlich fällt mir der aktuelle Träger ein: “Mats Hummels!”, sage ich. “Das ist der schönste deutsche Fußballspieler. Alle Frauen finden den toll!”
Ruben schaut mich zweifelnd an.
- Mats Fummel?

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Mein Gott aus diesem Jammertal

Schlafengehenszeit. Der kleine Mann ist müde, und der noch kleinere Mann ist noch müder. Aber heute gibt es keine CD zum Einschlafen, heute singt Mama selber: Nun ruhen alle Wälder.

Breit aus die Flügel beide,
o Jesu, meine Freude,
und nimm dein Küchlein ein!
Will Satan mich verschlingen,
so lass die Englein singen:
Dies Kind soll unverletzet sein.

Die innige Darbietung meiner Frau treibt mir altem Agnostiker wie immer Tränen der Rührung in die Augen. Als meine Liebste einen Hustenanfall bekommt und sich unterbricht, ruft Anatol: Sig! Doch da er dabei die Arme Richtung CD-Spieler ausfährt, ist schnell klar, dass Mama nicht etwa weitersingen, sondern lieber die bewährte Musik-CD mit den Kinderliedern von den Lieben Sieben anmachen soll.

Der Tag ist nun vergangen,
die güldnen Sternlein prangen
am blauen Himmelssaal;
also werd ich auch stehen,
wenn mich wird heißen gehen
mein Gott aus diesem Jammertal.

Wehmütig denke ich an die Fahrten über belgische Autobahnen, als Mein Gott aus diesem Jammertal der Soundtrack zu unserem Leben war, weil der kleine Rubelmann nicht müde wurde, das Große Kinderlieder-Album rauf und runter zu hören. Wir amüsierten uns königlich über den bajuwarischen Kinderchor, der sämtliche bekannten Volkslieder in schönstem Kanzelbairisch darbot: dass dich färbthh die rrrothhe Thhinthhe, und dann bisthh du thhothh…

Ein besonderes Highlight war immer Paul Gerhardts Nun ruhen alle Wälder*, doch darauf kann Anatol heute keine Rücksicht nehmen. Statt antiaufklärerischer Strenge mit Cembalo-Untermalung bevorzugt er eben tierlieben Schmusesound mit Kitsch-Keyboard. Der Ruben zum Glück ebenfalls gefällt. Und seinen Zweck erfüllt.

Die lieben Sieben schlafen schon – schlaf auch du!

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* In der neuesten Auflage der CD ist diese schöne Aufnahme leider nicht mehr dabei und wurde durch Als wir jüngst in Regensburg waren ersetzt…

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