Dramolett

Die Szene: Eine Wohnung in Berlin-Kreuzberg. Aus der Küche ertönt Radiolärm, aus dem Bad das Geräusch eines Haartrockners.

Ruben (6, aus dem Kinderzimmer rufend; es klingt dringlich): Mama!
Anatol (2, im Esszimmer auf seinem Hochstuhl sitzend; er klingt indigniert): Die Mama föhnt!
Ruben (jammernd): Mama!
Anatol (sanfter): Die Mama föhnt.

(Vorhang)

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Uneigennütziger Rat

Ein Wochenende. Anatol spielt gutgelaunt im Kinderzimmer mit seinen Handpuppen. Ab und an hilft er Papa dabei, die diversen Aufkleber vom Stockbett abzukratzen, damit sich die bisherige Bettstatt noch verscherbeln lässt. Es ist mitten am Tag. Ich grüble, wie es wohl werden wird mit dem neuen Hochbett, das ein Handwerker bald maßschneidern und montieren wird. Werden die beiden Brüder sich vertragen, wenn sie künftig nebeneinander statt wie bisher untereinander schlafen? Werden wir dort jeden Abend auf vier Quadratmetern zu viert schlafen oder dürfen Papa und Mama ab und zu auch alleine als Mann und Frau in ihrem Ehebett schlafen? Papa! unterbricht Anatol meine Grübeleien mit einem konstruktiven Gedanken, der von ebenso kontextloser wie zenhafter Rätselhaftigkeit ist: Is slage vor, Rube, Mama und Papa putze die Zähne! Was er selber vorhat, verrät er nicht. Doch er grinst. Vielleicht sollte ich öfter auf meinen Sohn hören. Und weniger grübeln.

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Kriegsgewinnler

Einer der größten Streitpunkte unseres an Konflikten nicht armen Familienlebens ist die allabendliche Frage, welche CD zum Einschlafen eingelegt werden soll. An drei von vier Tagen ist die Sache klar: Irgendeine Folge von Margit Auers Schule der magischen Tiere muss her. Wirklich eine der besten Kinderbuch-Reihen, die ich kenne – zumal eine der seltenen, die sich sowohl an Jungen wie an Mädchen richten. Trotzdem sehne ich den (Gott sei Dank nicht mehr fernen) Tag herbei, an dem Band 4 als Hörbuch erscheint… (und bald darauf Bd. 6 als “richtiges” Buch).

Anatol hat die magische Dauerbeschallung anfangs gutmütig hingenommen. Inzwischen regt sich aber regelmäßig Protest. Musik hörne! heißt es dann mit leicht empörtem Ton. Nicht die Tiere! Worauf Ruben die verfolgte Minderheit gibt und Sätze sagt, die mit Immer… beginnen. Oft sagt er auch nur: Immer! Womit aus seiner Sicht alles gesagt ist. Zwar hören wir dann tatsächlich manchmal Quadro Nuevos Schöne Kinderlieder oder 60 Comptines & formulettes pour Crèches (denen auch Ruben einst mit Begeisterung lauschte), but more often than not läuft es eben doch auf Ida, Benny und Co hinaus.

Gestern dann Anatols Rache. Schon seit Tagen etwas malad, war der große Bruder fieberbedingt bereits um sieben eingeschlafen. Rube krank! Wi könne Musik hörne!, frohlockte little brother ungeniert. Und setzte voller Befriedigung hinzu: Nicht die Tiere!

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Mögen Rocker Rügen?

Anatol (2,75) ist schon erstaunlich weit in seiner sprachlichen Entwicklung. Finde ich. Aber das liegt natürlich vor allem daran, dass die Zeit schneller vergeht, als meine Seele mithalten kann.

Mein Sohn sagt inzwischen Sätze wie Kann nis aufräume, hab Bauchweh! (Wahlweise auch Kann nis aufhebe, hab Bauchweh!). Oder Ers Zähneputze, dann lese wi ein Buch! Manche Laute fallen ihm noch schwer. So ist die Mandarine familienintern bei uns als Mariege, die Möhre als Möge und die Paprika als Pakika bekannt.

Mein Lieblingswort ist allerdings der Rocker. Den holt Anatol, wenn er irgendwo hinaufklettern möchte oder “nicht an kommt”, wie meine Frau norddeutsch zu sagen pflegt. Und wenn endlich das Kakaopulver in der warmen Milch versunken ist, heißt es rügen - damit sich das Ganze auch schön vermischt.

Heute früh, als ich den Kleinen in die Kita brachte, fragte ich ihn, ob er immer noch mit seinem Freund Thiess spiele. Noch vor einem halben Jahr waren die beiden unzertrennlich. Doch seit Thiess in die Gruppe der etwas älteren Kinder aufgerückt ist, haben sich die beiden offenbar etwas auseinandergelebt. Jedenfalls antwortete Anatol: Nei, mit Tededo [Theodor]! und fügte hinzu: Mein Freund!

Ich war gerührt. Es war das erste Mal, dass er dieses kleine große Wort in den Mund nahm. Dass mein Sohn eine Persönlichkeit ist, wusste ich schon immer. Aber dass er nun Sachen sagt wie Hand weg! Oder zur Tür deutet und anordnet: Da! Weggehne! Daran muss ich mich erst noch gewöhnen. Und darum schreib ich das hier auf, bevor mein Sohn endgültig die korrekte Verwendung des Binnen-Rs lernt. Denn es wird der Tag kommen, da wird Anatol sprechen wie ein Großer: Preiselbeeren, Halleluja!

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Teufelsberg (Silvester-Nachlese)

Ich hasse die Leute, die immer so rumlaufen!, sagt Ruben bestimmt. Wir sind einmal um den Teufelsberg herumgelaufen, Berlins einzige nennenswerte Erhebung, irgendwo im Grunewald. Und haben unterwegs lauter Menschen in lustigen Kostümen getroffen, die sich keuchend die Anhöhe hinauf gequält haben, manche im Schottenrock, andere mit Zipfelmütze oder Superman-Cape, einige auch im stinknormalen Laufdress. Für einen Silvesterlauf ist es das denkbar ungünstigste Wetter: Es ist nasskalt, der eben noch so schöne Neuschnee ist unansehnlichem Matsch gewichen. Immerhin gibt es hier noch genügend Schnee, um die Kinder auf dem Schlitten durch die Gegend zu ziehen.

Wir wussten nichts von dem hier angesetzten Silvesterlauf, der uns zwingt, an anderer Stelle zu parken als ursprünglich geplant. Die Rodelbahn werden wir zwar letztlich nicht finden, doch unterwegs ergibt sich unverhofft die Gelegenheit, bergab zu rodeln – und freundlich-neidische Kommentare der masochismusbegabten Läuferschar entgegenzunehmen, die sich bergan quält.

Unsere Freunde A. und B. sind zu Besuch mit ihren beiden Kindern Bennet und Marietta, die altersmäßig genau zu Anatol und Ruben passen. Da wir schon eine ganze Weile unterwegs sind und die Rodelbahn immer noch nicht gefunden haben, das Auto jottwede steht und wir noch nach Kreuzberg fahren müssen, um Vorbereitungen für den Silvesterabend zu treffen, beschließen wir, dass A. und B. die beiden Autos holen, während meine Frau und ich mit zwei Schlitten, einem zum Kinderwagen umfunktionierten Fahrradanhänger und vier Kindern vermeintlich rodelbahnwärts ziehen.

Dabei entspinnt sich folgender Dialog zwischen zwei sechsjährigen Schulanfängern:
Bennet (genervt, weil er den Schlitten ziehen muss): Mein Papa hat am mehrsten gezogen [den Schlitten]!
Ruben (etwas ungläubig, aber nachsichtig): Das heißt am meisten!
Bennet: Ich kann nicht mehr!
Ruben (obwohl gerade keine Läufer zu sehen sind): Ich hasse die Leute, die immer so rumlaufen!

Durch tarkowskiesken Nebel wandernd ziehen wir unsere Gefährte einen weiteren Hügel hinan, diesmal ist es der Drachenberg. Doch oben gibt es nur Pfützen und Matsch und einen eisigkalten Wind. Enttäuscht kehren wir wieder um. Beinahe hätten wir das tarnfarbene Tier übersehen, das uns aus fünfzig Metern Entfernung lauernd ansieht: Ein Fuchs, der kurz vor Jahresschluss noch einen letzten Rundgang durch sein Revier macht. Doch die Kinder sind schon viel zu erschöpft, um in ehrfurchtsvolles Staunen zu verfallen. Trotzdem werden drei von ihnen bis Mitternacht durchhalten (für unsere beiden Kinder eine Premiere), interessiert bis erschreckt das allfällige Geknalle zur Kenntnis nehmen und mit Apfelsaft aufs neue Jahr anstoßen. Möge es ein gutes werden!

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Eine kurze Geschichte des Weihnachtsmanns

Heute hat Anatol das Wort Weihnachtsmann gelernt. Denn der Weihnachtsmann kam höchstpersönlich in der Kita vorbei!
– “Hat der Weihnachtsmann auch was gesagt?”, fragt Mama.
Der Weihnachtsmann hat nicht gesprochen, erwidert Anatol. Ich hab den Weihnachtsmann aufgegessen.

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Die gute Frage (37)

Papa, ausgedachte Menschen, die haben doch noch nie was Süßes gegessen, oder? Also Meister Yoda zum Beispiel…
(Ruben sorgt sich um das leibliche Wohl fiktionaler Außerirdischer)

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Töli rules

Während Mama Ruben aus dem vierten Band der Schule der magischen Tiere vorliest, spielen Anatol und Papa Memory. Das Prinzip des Spiels hat mein zweieinhalbjähriger Sohn schnell verstanden, nur dass man bloß zwei Karten umdrehen darf – das sieht er nicht ein. Deshalb gelten die üblichen Regeln nur für Papa, Anatol dreht so lange Karten um, bis er seine zwei Schafe oder Flugzeuge beieinander hat.

Am Schluss schauen wir, wer wie viele Paare hat. Erst legen wir die Stapel nebeneinander, um zu sehen, welcher größer ist. Gleichstand! Dann legen wir die Enten, Mäuse und Autos paarweise auf den Tisch. Bedächtig zählt Anatol die Karten: Eis, viier, aaat, säs, neu, aaat, siebe… Drei vor, eins zurück. Erst mal selber gucken, wo es lang geht. Umwege erhöhen die Ortskenntnis.

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Meister Yoda

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Grün, grün, grün sind alle meine Schwerter… Der große Rubelmann im neuen Outfit (danke, Tante Sonja!)
(Foto: rubelmann.net)

Zu dem Eindruck, einer Rubelmann-Festspielwoche beizuwohnen, trug auch der Umstand bei, dass auch noch nach dem B-day jeden Tag ein weiteres Geschenk eintraf. Zuletzt das Master-Yoda-Kostüm aus Krieg der Sterne, das sich Ruben so sehnlich gewünscht hatte.

Zwar hat mein sechsjähriger Sohn den Film noch nie gesehen und darum nur eine vage Ahnung, dass es sich bei Master Yoda um “das Oberhaupt des Rates der Jedi und eine[n] der weisesten und mächtigsten Jedi-Meister aller Zeiten” handelt, wie Wikipedia uns aufklärt. Dafür erweist sich sein zweieinhalbjähriger Bruder als sehr ironiebegabt.

Als er seinen großen Bruder in vollem Ornat da stehen sieht, und dieser bemängelt, dass leider eine entscheidende Sache fehle…
( – Du weißt ja, was ich meine…
– 
“Du meinst das Schwert?
Genau! Das muss grün sein und nicht rot )
stimmt Anatol unbekümmert eine alte Weise an: Meister Yoda, Meister Yoda, slääfst du noch…

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Farbenlehre

- Kennst du diesen grünen Ninja?
- … ???
– Der ist richtig schlecht!
– … 
“mhmm…”
- Aber der lilane Ninja – der ist richtig geil!

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Fünf, sechs, eins A

Nachdem gefühlt 14 Tage mit Geschenke besorgen, Kuchen backen und Schnitzeljagd-Vorbereitungen vergangen sind, ist die Rubelmann-Festspielwoche am Samstag mit einer fulminanten Party zu Ende gegangen. Fünf motorisch unausgelastete Jungs (leider war das samstägliche Fußball-Spiel ausgefallen) hopsten durch die Wohnung, als gäbe es kein Morgen, und fanden den Piratenschatz schneller als Mama und Papa ihn draußen verstecken konnten. Die arme Patentante konnte die Horde kaum bändigen – es hätte nicht viel gefehlt, und die Jungs hätten den Friedhof gestürmt, an dessen Eingang die (natürlich mit Süßigkeiten gefüllte) Schatzkiste versteckt war. 

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Die “Schatzkarten” waren aus gewöhnlichem Druckerpapier, das wir immer wieder mit schwarzem Tee bestrichen und bei 200 Grad kurz im Ofen rösteten, bis sich das Papier wellte – und wir die Karten wieder herausholten, um kurz darauf die Prozedur zu wiederholen…
(Foto: rubelmann.net)

Wieder zu Hause angekommen, wurden die Nachwuchsseeräuber noch mit einem Vanillekuchen beglückt, der die Form eines Piratenschiffs hatte. Dann galt es die Überzuckerungsfolgen in Griff zu bekommen. Wir spielten Stille Post (mit mäßigem Erfolg) und (mit großem Erfolg) Die Reise nach Jerusalem. Vor allem Hüseyn erwies sich dabei als gewiefter DJ. Als jeder einmal gewonnen und sich danach als Musikunterbrecher ausgezeichnet hatte, entdeckten die Kinder, dass man immer im Kreis rennen konnte, wenn man vom Wohnzimmer ins Arbeitszimmer und von dort in den Flur und wieder ins Esszimmer rannte. Rubens kleiner Bruder Anatol (2,5) war immer mittenmang, fand aber bei jeder Runde Zeit, nonchalant in die Schatzkiste zu greifen und sich an Gummigetier und Bonbons gütlich zu tun.

Irgendwann wurde mir das alles zu bunt und ich wies Farid darauf hin, dass…
– “Das Zimmer hier…ist… ist…”, stammelte ich hilflos.
– “…tabu?” beendete Rubens Klassenkamerad ebenso formvollendet wie verständnisvoll meinen Satz. 1a.

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Faule Ausrede

- “Hebst du das mal auf?”, bitte ich Anatol (2,5) und deute auf einen Waschlappen, der auf den Boden gefallen ist.
Nei, kann nis aufhebe, erwidert mein quietschfideler Sohn. Hab Bauchweh.

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Der Zwiebelluchs

Anziehen ist so eine Sache, besonders wenn es draußen kalt ist. Strumpfhose ist bei einem sechsjährigen Jungen schwierig, und vom Beinkleid abgesehen muss ja immer auch ein Weg gefunden werden, wie man sich doch noch das coole kurzärmelige Fußballltrikot überstülpen kann. Die Lösung?
Heut will ich im Zwiebelluchs in die Schule gehen!, sagt Ruben.
– “Das kannst Du gern”, erwidere ich, “aber für das Trikot ist es zu kalt. Du musst was Wärmeres anziehen.”

Wir einigen uns auf Unterhemd, dünnes Langarmshirt und Kapuzenjacke – mit einem Anorak darüber ist das der perfekte Zwiebelluchs. Dumm nur, dass an solchen Tagen abends meist ein Kleidungsstück fehlt, das im Rahmen der Entzwiebelung meist irgendwo auf dem Schulareal achtlos abgelegt wurde. In der Regel tauchen die Sachen wieder auf, manchmal auch nicht – wie die teuren Adidas-Turnschuhe, die neulich nach dem Fußballtraining in der Kabine stehen blieben und am nächsten Tag weg waren. Immerhin hatte Ruben sie lange genug, um damit Schleife binden zu lernen.

Anatol indes interessiert sich neuerdings auf ganz andere Weise für Kleidung. Er hilft mir beim Wäscheauf- und -abhängen. Begeistert trägt er die trockenen Strumpfhosen ins Kinderzimmer und stopft sie in seine Kleiderbox. Aber seine größte Freude ist Rui make! Damit meint er das Geräusch, das entsteht, wenn man eine nasse Klamotte kurz und kräftig durchschüttelt, um sie knitterfrei zu kriegen. (Gibt es dafür eigentlich ein Verb?)

Unermüdlich holt sich Töli ein Wäschestück nach dem anderen, streckt beide Arme über den Kopf, macht Rui! und strahlt dabei. Ganz egal, dass es meist Mamas pflegeleichte Unterhosen sind, die eh schon fast trocken aus der Waschmaschine kommen und ganz bestimmt nicht knittern.
– “Töli, legst du die Hosen mal auf den Haufen da drüben?”
Nei, will Rui make!

Und so make wir eben noch eine Weile Rui und warten bis auch der Zwiebelluchs müde genug ist, um ins Bett zu gehen.

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Buder is klank

Audehne! ruft Anatol. Er steht vor meinem Bett – das heißt: eigentlich ist es Rubens Bett – und ist putzmunter. Und weil es Rubens Bett ist, in dem ich geschlafen habe, bin ich etwas müder als sonst. Warum ich in Rubens Bett geschlafen habe? Weil Ruben in meinem Bett geschlafen hat. Und warum…? Mein Buder is klank! erklärt mir Anatol streng. Als hätte ich das vergessen können.

Zwei Tage war der Rubelmann nun krank. Doch nun tobt er wieder – Gott sei Dank.

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Sag zum Abschied leise Tschumpel

Eine Woche waren Oma und Opa jetzt da. Das hieß vor allem, dass Ruben jeden Abend   mit einem Packen bayerischer Tarockkarten zu Opa an den Tisch kam und schweigend seine zwei Stapel präsentierte. Die Botschaft war unmissverständlich: Tschumpeln.

Tschumpeln geht ganz einfach: Jeder dreht gleichzeitig eine Karte von seinem Stapel um, und die höhere Karte gewinnt. Der König schlägt den Ober, der Unter die Zehn, die As alle anderen Karten. Wenn zufällig beide Spieler das gleiche Blatt zücken, sagen wir: eine Neun, rufen beide Spieler Tschumpel! Und es gibt ein Stechen. Die nächste Karte wird verdeckt gelegt, die übernächste Karte entscheidet. So kann man auf einen Schlag sechs Karten gewinnen.

Tschumpeln kann im Prinzip ewig dauern: Denn selbst wenn der eine Spieler einen Lauf hat, kommt die Rache unweigerlich. Schließlich kommen all die gewonnenen Luschen als Pferdefüße wieder. Irgendwann muss die dem Gegner abgeluchste Sechs gelegt werden und der Stich geht unweigerlich verloren – es sei denn: Tschumpel!

Und so geht auch dieses Spiel irgendwann zu Ende. Nur nicht für Papa. Weil jetzt kommt ja jeden Abend Ruben mit einem Packen bayerischer Tarockkarten zu ihm an den Tisch und präsentiert schweigend seine zwei Stapel bayerischer Tarockkarten. Die Botschaft bleibt unmissverständlich: Tschumpeln.

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