Eine kurze Geschichte des Weihnachtsmanns

Heute hat Anatol das Wort Weihnachtsmann gelernt. Denn der Weihnachtsmann kam höchstpersönlich in der Kita vorbei!
– “Hat der Weihnachtsmann auch was gesagt?”, fragt Mama.
Der Weihnachtsmann hat nicht gesprochen, erwidert Anatol. Ich hab den Weihnachtsmann aufgegessen.

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Die gute Frage (37)

Papa, ausgedachte Menschen, die haben doch noch nie was Süßes gegessen, oder? Also Meister Yoda zum Beispiel…
(Ruben sorgt sich um das leibliche Wohl fiktionaler Außerirdischer)

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Töli rules

Während Mama Ruben aus dem vierten Band der Schule der magischen Tiere vorliest, spielen Anatol und Papa Memory. Das Prinzip des Spiels hat mein zweieinhalbjähriger Sohn schnell verstanden, nur dass man bloß zwei Karten umdrehen darf – das sieht er nicht ein. Deshalb gelten die üblichen Regeln nur für Papa, Anatol dreht so lange Karten um, bis er seine zwei Schafe oder Flugzeuge beieinander hat.

Am Schluss schauen wir, wer wie viele Paare hat. Erst legen wir die Stapel nebeneinander, um zu sehen, welcher größer ist. Gleichstand! Dann legen wir die Enten, Mäuse und Autos paarweise auf den Tisch. Bedächtig zählt Anatol die Karten: Eis, viier, aaat, säs, neu, aaat, siebe… Drei vor, eins zurück. Erst mal selber gucken, wo es lang geht. Umwege erhöhen die Ortskenntnis.

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Meister Yoda

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Grün, grün, grün sind alle meine Schwerter… Der große Rubelmann im neuen Outfit (danke, Tante Sonja!)
(Foto: rubelmann.net)

Zu dem Eindruck, einer Rubelmann-Festspielwoche beizuwohnen, trug auch der Umstand bei, dass auch noch nach dem B-day jeden Tag ein weiteres Geschenk eintraf. Zuletzt das Master-Yoda-Kostüm aus Krieg der Sterne, das sich Ruben so sehnlich gewünscht hatte.

Zwar hat mein sechsjähriger Sohn den Film noch nie gesehen und darum nur eine vage Ahnung, dass es sich bei Master Yoda um “das Oberhaupt des Rates der Jedi und eine[n] der weisesten und mächtigsten Jedi-Meister aller Zeiten” handelt, wie Wikipedia uns aufklärt. Dafür erweist sich sein zweieinhalbjähriger Bruder als sehr ironiebegabt.

Als er seinen großen Bruder in vollem Ornat da stehen sieht, und dieser bemängelt, dass leider eine entscheidende Sache fehle…
( – Du weißt ja, was ich meine…
– 
“Du meinst das Schwert?
Genau! Das muss grün sein und nicht rot )
stimmt Anatol unbekümmert eine alte Weise an: Meister Yoda, Meister Yoda, slääfst du noch…

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Farbenlehre

- Kennst du diesen grünen Ninja?
- … ???
– Der ist richtig schlecht!
– … 
“mhmm…”
- Aber der lilane Ninja – der ist richtig geil!

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Fünf, sechs, eins A

Nachdem gefühlt 14 Tage mit Geschenke besorgen, Kuchen backen und Schnitzeljagd-Vorbereitungen vergangen sind, ist die Rubelmann-Festspielwoche am Samstag mit einer fulminanten Party zu Ende gegangen. Fünf motorisch unausgelastete Jungs (leider war das samstägliche Fußball-Spiel ausgefallen) hopsten durch die Wohnung, als gäbe es kein Morgen, und fanden den Piratenschatz schneller als Mama und Papa ihn draußen verstecken konnten. Die arme Patentante konnte die Horde kaum bändigen – es hätte nicht viel gefehlt, und die Jungs hätten den Friedhof gestürmt, an dessen Eingang die (natürlich mit Süßigkeiten gefüllte) Schatzkiste versteckt war. 

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Die “Schatzkarten” waren aus gewöhnlichem Druckerpapier, das wir immer wieder mit schwarzem Tee bestrichen und bei 200 Grad kurz im Ofen rösteten, bis sich das Papier wellte – und wir die Karten wieder herausholten, um kurz darauf die Prozedur zu wiederholen…
(Foto: rubelmann.net)

Wieder zu Hause angekommen, wurden die Nachwuchsseeräuber noch mit einem Vanillekuchen beglückt, der die Form eines Piratenschiffs hatte. Dann galt es die Überzuckerungsfolgen in Griff zu bekommen. Wir spielten Stille Post (mit mäßigem Erfolg) und (mit großem Erfolg) Die Reise nach Jerusalem. Vor allem Hüseyn erwies sich dabei als gewiefter DJ. Als jeder einmal gewonnen und sich danach als Musikunterbrecher ausgezeichnet hatte, entdeckten die Kinder, dass man immer im Kreis rennen konnte, wenn man vom Wohnzimmer ins Arbeitszimmer und von dort in den Flur und wieder ins Esszimmer rannte. Rubens kleiner Bruder Anatol (2,5) war immer mittenmang, fand aber bei jeder Runde Zeit, nonchalant in die Schatzkiste zu greifen und sich an Gummigetier und Bonbons gütlich zu tun.

Irgendwann wurde mir das alles zu bunt und ich wies Farid darauf hin, dass…
– “Das Zimmer hier…ist… ist…”, stammelte ich hilflos.
– “…tabu?” beendete Rubens Klassenkamerad ebenso formvollendet wie verständnisvoll meinen Satz. 1a.

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Faule Ausrede

- “Hebst du das mal auf?”, bitte ich Anatol (2,5) und deute auf einen Waschlappen, der auf den Boden gefallen ist.
Nei, kann nis aufhebe, erwidert mein quietschfideler Sohn. Hab Bauchweh.

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Der Zwiebelluchs

Anziehen ist so eine Sache, besonders wenn es draußen kalt ist. Strumpfhose ist bei einem sechsjährigen Jungen schwierig, und vom Beinkleid abgesehen muss ja immer auch ein Weg gefunden werden, wie man sich doch noch das coole kurzärmelige Fußballltrikot überstülpen kann. Die Lösung?
Heut will ich im Zwiebelluchs in die Schule gehen!, sagt Ruben.
– “Das kannst Du gern”, erwidere ich, “aber für das Trikot ist es zu kalt. Du musst was Wärmeres anziehen.”

Wir einigen uns auf Unterhemd, dünnes Langarmshirt und Kapuzenjacke – mit einem Anorak darüber ist das der perfekte Zwiebelluchs. Dumm nur, dass an solchen Tagen abends meist ein Kleidungsstück fehlt, das im Rahmen der Entzwiebelung meist irgendwo auf dem Schulareal achtlos abgelegt wurde. In der Regel tauchen die Sachen wieder auf, manchmal auch nicht – wie die teuren Adidas-Turnschuhe, die neulich nach dem Fußballtraining in der Kabine stehen blieben und am nächsten Tag weg waren. Immerhin hatte Ruben sie lange genug, um damit Schleife binden zu lernen.

Anatol indes interessiert sich neuerdings auf ganz andere Weise für Kleidung. Er hilft mir beim Wäscheauf- und -abhängen. Begeistert trägt er die trockenen Strumpfhosen ins Kinderzimmer und stopft sie in seine Kleiderbox. Aber seine größte Freude ist Rui make! Damit meint er das Geräusch, das entsteht, wenn man eine nasse Klamotte kurz und kräftig durchschüttelt, um sie knitterfrei zu kriegen. (Gibt es dafür eigentlich ein Verb?)

Unermüdlich holt sich Töli ein Wäschestück nach dem anderen, streckt beide Arme über den Kopf, macht Rui! und strahlt dabei. Ganz egal, dass es meist Mamas pflegeleichte Unterhosen sind, die eh schon fast trocken aus der Waschmaschine kommen und ganz bestimmt nicht knittern.
– “Töli, legst du die Hosen mal auf den Haufen da drüben?”
Nei, will Rui make!

Und so make wir eben noch eine Weile Rui und warten bis auch der Zwiebelluchs müde genug ist, um ins Bett zu gehen.

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Buder is klank

Audehne! ruft Anatol. Er steht vor meinem Bett – das heißt: eigentlich ist es Rubens Bett – und ist putzmunter. Und weil es Rubens Bett ist, in dem ich geschlafen habe, bin ich etwas müder als sonst. Warum ich in Rubens Bett geschlafen habe? Weil Ruben in meinem Bett geschlafen hat. Und warum…? Mein Buder is klank! erklärt mir Anatol streng. Als hätte ich das vergessen können.

Zwei Tage war der Rubelmann nun krank. Doch nun tobt er wieder – Gott sei Dank.

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Sag zum Abschied leise Tschumpel

Eine Woche waren Oma und Opa jetzt da. Das hieß vor allem, dass Ruben jeden Abend   mit einem Packen bayerischer Tarockkarten zu Opa an den Tisch kam und schweigend seine zwei Stapel präsentierte. Die Botschaft war unmissverständlich: Tschumpeln.

Tschumpeln geht ganz einfach: Jeder dreht gleichzeitig eine Karte von seinem Stapel um, und die höhere Karte gewinnt. Der König schlägt den Ober, der Unter die Zehn, die As alle anderen Karten. Wenn zufällig beide Spieler das gleiche Blatt zücken, sagen wir: eine Neun, rufen beide Spieler Tschumpel! Und es gibt ein Stechen. Die nächste Karte wird verdeckt gelegt, die übernächste Karte entscheidet. So kann man auf einen Schlag sechs Karten gewinnen.

Tschumpeln kann im Prinzip ewig dauern: Denn selbst wenn der eine Spieler einen Lauf hat, kommt die Rache unweigerlich. Schließlich kommen all die gewonnenen Luschen als Pferdefüße wieder. Irgendwann muss die dem Gegner abgeluchste Sechs gelegt werden und der Stich geht unweigerlich verloren – es sei denn: Tschumpel!

Und so geht auch dieses Spiel irgendwann zu Ende. Nur nicht für Papa. Weil jetzt kommt ja jeden Abend Ruben mit einem Packen bayerischer Tarockkarten zu ihm an den Tisch und präsentiert schweigend seine zwei Stapel bayerischer Tarockkarten. Die Botschaft bleibt unmissverständlich: Tschumpeln.

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Ein Prinz für die Tanten

Bald ist Rubens Geburtstag...

Bald ist Rubens Geburtstag. Wen soll er einladen? Die Patentanten auf jeden Fall.
Aber wie die Einladung gestalten? Da kommt eigentlich nur eine Möglichkeit in Frage…
Und im Hintergrund? Singt Anatol Häppi Bääse tu ju! 
(Foto: rubelmann.net)

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Die Technik von Luigi

Ruben hat einen strammen Schuss und eine für einen Jungen seines Alters (kurz vor sechs) erstaunlich gute Schusstechnik. Wobei, so erstaunlich ist das gar nicht – spielt Ruben doch in jeder freien Minute Fußball. Und zwar mit links.

Dienstags und donnerstags tut er das im Verein, zusammen mit anderen Jungs der Jahrgänge 2008 und 2009. Mein Sohn gehört dort sicher zu den Begabteren, doch der Begabteste in seiner Mannschaft (G-Jugend) ist zweifellos Luigi.

Luigi hat trotz eher schmächtiger Statur eine unerhörte Klebe. Wo die anderen Jungs froh sind, die Pille halbwegs gerade und flach aufs Tor zu bringen, haut er ein ums andere Mal dem Torwart – meist ist das Ruben – mit ebenso elegantem wie wuchtigem Seitspannstoß den Ball unter die Latte. Und findet in Ruben einen treuen Bewunderer.

Jedes Mal, wenn ich mit meinem Sohn Fußball spiele, und er einen seiner Meinung nach besonders raffinierten Treffer gesetzt hat, bekomme ich zu hören: Das habe ich mit der Technik von Luigi gemacht.

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Unterhaltung geht vor

Wenn ich meinen Sohn abends ins Bett bringe, lege ich mich noch ein wenig zu ihm und wir plauschen, bis Ruben eingeschlafen ist und ich mich davonstehle. Heute ist die Lage etwas anders. Ich bin müde von der Gartenarbeit und möchte mich nach dem Mittagessen kurz hinlegen. Da wir bei Oma und Opa sind, nehme ich das breite Gästebett, in dem auch Ruben bequem Platz hat.
– “Wollen wir ein bisschen kuscheln?”, frage ich.
Na gut. Aber ich möchte außen liegen. Wenn du eingeschlafen bist, gehe ich nämlich weg, erwidert Ruben.

So wird es gemacht. Wir liegen kaum eine Minute im Bett, da stiehlt sich Ruben bereits davon. Er geht zu Opa in die Küche und verkündet stolz: Ich hab den Papa eingeschläfert!

Opa macht gerade den Abwasch. “Papa hat gesagt, Du würdest mir beim Abtrocknen helfen”, sagt er. Das kann ich gar nicht, versetzt Ruben. Ich will mich doch mit dir unterhalten!

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Neulich im CD-Verein

Ruben scheint fest davon überzeugt, dass ihm eine große Sangeskarriere bevorsteht. Jedenfalls glaubt er, dass er demnächst auch einmal in einem Tonstudio stehen und mit einem Kinderchor Lieder aufnehmen wird. Besser als diese Vierjährigen von Freche Lieder, die immer so schief singen!

Da Rubens Lehrerin nun schon seit zehn Tagen krank ist, macht die Klasse immer mal wieder außerplanmäßige Exkursionen. Warum also nicht ins Tonstudio? Zumindest in Rubens Phantasie werden Nägel mit Köpfen, das heißt: Tonträger mit Gesang gemacht.

- Wir waren heute im CD-Verein und haben mit den Kindern gesungen!
“Was habt ihr? Ihr habt zur CD im Chor gesungen?”
Nein! Ruben verdreht amüsiert bis peinlich berührt den Kopf, wie um einem imaginären Publikum zu bedeuten: Der Papa kapiert auch gar nix. Wir waren mit den Kindern da in so einem Raum und haben für den CD-Verein gesungen.

Wenn es mit Sänger oder Fußballprofi nichts wird: Sprachdesigner werden auch immer gesucht. Als Vormund meines Sohnes beantrage ich schon mal vorsorglich Titelschutz und die Aufnahme ins Vereinsregister.

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Der große Unterschied

Viele Menschen verstehen nicht den Unterschied zwischen derselbe und der gleiche. Kinder verstehen ihn von Anfang an. Gibt es einen Kuchen und, sagen wir mal: der große Bruder kriegt die eine Hälfte und der kleine die andere – dann können Sie wetten, dass der kleine Bruder sagen wird: Anna! Anna!! Anna!!

(Oder so was Ähnliches.)

- “Aber das ist doch der gleiche Kuchen, den du auch hast!”, werden Sie entnervt sagen.
Aber nicht derselbe! schreit Ihr Zweitgeborener. (Er sagt es anders, aber Sie verstehen genau, was er sagt.)

Mit zunehmendem Alter werden die Kinder gleichgültiger, und als Erwachsene haben sie ihn vergessen, den großen Unterschied – dass das gleiche Stück Kuchen niemals dasselbe sein kann. Quel drama…

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