Konjunktiv I

Bei Oma und Opa auf der Terrasse. Auf dem Esstisch stehen zwei Matchbox-Autos, mit einem großzügigen Abstand dazwischen. Guck mal, Papa, sagt Ruben (3,5) bedächtig. Ich würde sagen, hier würde noch ein großes Auto reinpassen.

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Die gute Frage (17)

Warum macht der Papa immer, was der Ruben will?

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Die gute Frage (16)

Hast du alle Tassen im Schrank?
(Fragt Ruben, als wegen Durchzugs die Tür knallt, weil der Papa mal wieder vergessen hat, hinter sich zuzumachen)

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Die gute Frage (15)

Warum kann man in dem Auto draußen sitzen?
(Ruben entdeckt das Cabriolet)

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Die gute Frage (14)

Wieso müssen die Leute eigentlich alle arbeiten und dann Abendbrot essen? [Irgendwo läutet eine Glocke] Und wieso sagt das denen die Glocke?
(Fragt Ruben auf unserem Parkspaziergang. Essen ist heute ein großes Thema: Wegen eines Magen-Darm-Infekts darf Ruben nur Zwieback und Salzbrezeln essen…)

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Die gute Frage (13)

Was ist eigentlich ein Ausflug?
(Fragt Ruben, nachdem wir gerade erfolgreich die Domein Drie Fonteinen bei Vilvoorde besucht haben)
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Bonding

Das Abendessen ist verspeist, und die Teufel sind verjagt, nun ist die Erzählzeit gekommen. Mama soll die Geschichte vom Grüffelo lesen – und der kleine Bruder (3,5 Wochen alt) soll zuhören.

Anatol, willst du mal mitkommen? fragt Ruben. Ich zeig dir mein Zelt. Mit Zelt ist die blaue Plane gemeint, die sich wie ein Himmelszelt über das Stockbett im Kinderzimmer spannt.

Schon vorher hat sich Ruben an seinem Bruder interessiert gezeigt. Kann ich das Baby mal nehmen? Er setzt sich zu seiner Mutter auf die Rattanbank, und Mama zeigt ihm, wie man ein Baby richtig hält. Konzentriert und auch ein wenig stolz folgt Ruben den Anweisungen der Mutter.

Jetzt halt du mal das Baby, Axel, fordert er mich auf. Ich lehne dankend ab, schließlich will ich das brüderliche Bonding nicht stören – und in Ruhe mein Wurstbrot essen.

Ruben bedeckt Anatol mehrmals entzückt mit Küssen. Dann ist Schlafengehenszeit. Dass Anatol mitkommen soll, ist die Gelegenheit für Papa, schnell diese Zeilen aufzuschreiben.   Leider reicht die Zeit dann doch nicht ganz, Anatol stört beim Lesen, und so muss dieser Text irgendwann später fertiggeschrieben werden. Aber immerhin ist Anatol erstmals Teil des Abendrituals gewesen. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

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Die gute Frage (12)

Warum haben wir immer in der Woche ein neues Handtuch?
(Wundert sich Ruben über das frische Handtuch neben dem Waschbecken. Diese Frage stellt er seit einer Woche beharrlich nach jedem Händewaschen, obwohl ich in dieser Zeit nur einmal das Handtuch gewechselt habe…)

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Doktorspiele

Nach der Schule fahren wir in den Parc Georges Henri, wo es hinter dem eigentlichen Spielplatz eine kleine Skaterlandschaft gibt, die aber überwiegend von radfahrenden Kindern benutzt wird. Mit Begeisterung rollert Ruben mit dem Laufrad über die tartanüberzogenen künstlichen Hügel, während Anatol in seinem Kinderwagen schon mal ein Stündchen vorschläft, damit er später auch ja nichts vom Nachtleben verpasst.

Irgendwann steigt Ruben vom Rad ab und beginnt auf dem Hosenboden den Hügel herunterzurutschen. Ich soll es ihm gleichtun. Verweise auf mein Körpergewicht und empfindliche Textilien fruchten wenig. Ich muss rutschen. Unter theatralischem Wehklagen rutsche ich also neben Ruben her. Daraus entwickelt sich irgendwann eine Art Doktorspiel, das dadurch verkompliziert (aber auch amüsant) wird, dass Ruben sich nicht recht entscheiden kann, ob er Doktor oder Polizist sein will.

Ich liege also auf dem Hügel und rufe nach dem Arzt.
- “Doktor Rubelmann, können Sie mir helfen!?”
- Okeh. Wo hast du Aua?
-
“Am Rücken. Was soll ich tun?”
Dr. Rubelmann überlegt kurz und sagt dann: Du kannst aufstehen.

Als ich nicht so recht gesunden will, läuft Rubelmann weg, um Mellizin zu holen und kehrt als Polizist wieder, der mir eine Spritze verpasst. Dann sagt er: Ich fahr jetzt leider weg. Du darfst jetzt traurig sein. Tschü-hüüß.

Seine beinharte Attitüde rächt sich kurze Zeit später, als Ruben seinerseits von einem radelnden Mädchen angefahren wird und bitterlich weint. Dr. Papas Hausrezept hilft aber auch diesmal: Heile-heile Segen und an der richtigen Stelle pusten. Erst verarzte ich die falsche Hand, aber Ruben korrigiert mich schluchzend: Nein, hier!

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Willkommen im A-Team

Von wegen R wie Ruben. Ich möchte mit A anfangen, hat sich Ruben in den Kopf gesetzt. Seine Mutter weist zwar darauf hin, dass es auch Nachteile hat, wenn der Name mit “A” anfängt – viel weniger Leute haben Vornamen, die mit R anfangen als solche, die mit A beginnen: allein in unserer Familie ist das Verhältnis 1:3 -, doch Ruben will partout ins A-Team. Also nennen wir ihn fürs Erste “A-Ruben”.

Zum Ausgleich dafür sollen Mama und Papa aber statt mit A lieber mit M anfangen. Das kann ja heiter werden. Aber Ruben ist unbeirrt. Er geht zu Anatol, küsst seinen kleinen Bruder auf die Wange, winkt mich her, und fordert seine Mutter auf: Erklär mal, wer die Leute sind!

Ich sortiere mich in die Familienaufstellung ein, und Mama erläutert dem Säugling auf ihrem Schoß: “Also: Das ist dein Bruder A-Ruben, und das ist dein Papa M-Axel.”

A-Ruben küsst seinen kleinen Bruder noch einmal auf die Wange (Mund ist gerade verboten, weil Vater wie Sohn Bazillenträger sind) und streicht ihm übers Haar. Er wirkt sehr zufrieden.

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Presents please!

Kannst du mir bitte ne Überraschung machen? Fragt Ruben, nachdem ich ihm erklärt habe, dass man Geschenke nicht bestellen kann, und es sich in der Regel um eine Überraschung handelt. Durch Anatols Geburt ist das Thema “Geschenke” wieder etwas in den Vordergrund getreten…

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Die gute Frage (11)

Warum können die Menschen nicht auf dem Wasser laufen?
(Die Behauptung, dass Jesus übers Wasser habe gehen können [wie es die Kinderbibel zeigt], hat Rubens gesunden Menschenverstand nicht beeinträchtigen können. Irgendwie beruhigend)

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Bringt die Anna zum VW!

Baden und Schlafengehen mit dem kleinen Rubelmann ist immer für ein paar unvergängliche Oneliner gut (vgl. etwa Badefreuden und Paradoxe Intervention (II)). So auch heute.

Papa, saug mal da, verlangt Ruben. Er steht in der Badewanne und deutet auf seine Brust. Ich weise höflich darauf hin, dass wir Männer gar keine Milch geben können und mir auch sonst nicht der Sinn danach stände, an seiner Brust zu saugen.

Ruben zeigt nun auf meinen Bauch. Passt du da rein? Ich verneine und beharre etwas humorlos darauf, dass nur Frauen Kinder bekommen können. Ich war bei der Mama im Bauch, oder? fragt Ruben. Und stellt dann fest: In Anneke passen gar nicht so viele Babys rein.

Wir sind schon eine Weile in der Badewanne, und es wird Zeit, dass wir das leidige Thema Haare waschen angehen, also wechsle ich das Sujet und rufe nach der Kindsmutter: Schwester Anna, bitte HW! Schwester Anna, bitte HW! HW ist Elternkürzel für Haarewaschen (vgl. R Punkt).

Ruben nimmt den Krankenhaus-Jargon begeistert auf: Schwester Anna, Haar weh! Schwester Anna kommt, und gemeinsam gelingt es uns, unter Zuhilfenahme des Belohnungs-Kniffs, Ruben die Haare zu waschen. Als wir fertig sind, ruft Ruben fröhlich: Bringt die Anna zum VW!

Nach dem Zähneputzen lesen wir noch ein Buch. Heute ist die Kinderbibel dran. Diesmal aber nicht die von Kees de Kort illustrierte, sondern eine mit lauter aufklappbaren Überraschungs-”Türchen” (die Ruben allerdings schon vor geraumer Zeit, in einer seiner vielen Sturm-und-Drang-Phasen, zum Großteil abgerissen hat).

Wie üblich, blättern wir zügig die Heilsgeschichte durch. Bei der Darstellung von Jesu Geburt in Bethlehems Stall bleibt Ruben hängen. Hat Josef Angst vor der Kuh? fragt er und deutet auf die Tiere im Hintergrund der Szenerie. Verständnis dafür hätte mein Sohn. Schließlich ist seine größte Angst, dass nachts ein Esel in sein Zimmer kommt (- seit ihm die eigentlich zur Kinderbelustigung dienende Eselskutsche im Parc Josaphat einmal, ohne gravierende Folgen, über den Fuß gefahren ist).

Doch schon kurze Zeit darauf sind wir schon bei Christi Tod bzw. seiner Wiederauferstehung. Verständnislos betrachtet Ruben den leeren Sarg. Ich erkläre ihm möglichst kindgerecht die sachlichen Hintergründe, und was das Ganze aus christlicher Sicht bedeutet. Da muss der Krankenwagen kommen! folgert mein Sohn entschlossen.

Dann heißt es ins Bett gehen. Ich soll eine CD einlegen und entscheide mich für Das Liederbuch. Ich lege mich zu Ruben ins Bett und erzähle. Irgendwann erklingt Kommt ein Vogel geflogen. Sing mal, was in dem Lied drin ist, fordert Ruben. Was mir heute wieder abverlangt wird! Ich huste, kichere und muss passen.

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Nur Geduld

Beim Mittagessen.
Papa: “Was für einen Nachtisch möchtest du?”
Ruben: Das werden wir dann sehen.

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Die gute Frage (10)

Warum will der Rubel immer, dass der Papa eine Nudel kocht für den Rubel? Mit Ketchup?
(Diese Frage stellt sich Ruben heute bereits vor dem Frühstück)

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