Holzwege

Ulf, deine Einschätzungen waren nicht ganz richtig, belehrt Ruben seinen Großvater, der ihm nicht zugetraut hatte, ein derart großes Stück Holz in den Schubkarren zu wuchten. Nebenan wird gebaut. Dafür wurde das Nachbargrundstück gerodet, und der schöne Wald meiner Kindheit ist weg. Die Großeltern haben die Gelegenheit genutzt, schnell noch ein paar sturzverdächtige Bäume auf ihrem Grundstück fällen und in handliche Einzelteile zersägen zu lassen. Letztere transportieren wir nun mit der Schubkarre vom Hang weg. Anatol und Ruben helfen nach besten Kräften und können schon erstaunlich große Stücke heben. Aber wegfahren muss das schwere Zeug dann natürlich Papa.

Um die Kurve durch das kleine Gatter zu kriegen, muss ich ganz schön die Hacken in den Boden stemmen. Zweimal bleibe ich dabei mit der Stirn am Stacheldraht hängen, der noch über das Gatter gespannt ist. Irgendwann habe ich es aber raus, gleichzeitig zu bremsen, die Kurve zu kriegen und mich im richtigen Moment zu ducken. Anatol ist mir dabei stets auf den Fersen. Er möchte helfen – und Leerfahrten vermeiden. Kaum haben wir uns der Fracht entledigt, deutet er auf unser Transportmittel und sagt: Ich möchte in die Schublade und wieder hochfahren!

Behände klettert er in die Schubkarre, sein Vater holt Schwung und tief Luft, rollert den Hügel hinauf und denkt: Man muss sich Papa als glücklichen Menschen vorstellen.

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