Halloween

Welcher Ninja möchtest du sein?, fragt Ruben – und gibt die Antwort gleich selbst: Du bist Sensei Wu, der Anführer. Da kannst du zu Hause bleiben und hast nicht so viel zu tun.

Aber zu Hause bleiben ist nicht, denn heute ist Halloween. Das heißt: Papa muss einen 5-Kilo-Kürbis nach Hause schleppen, den Ruben mit Mama balkonfähig macht, während Papa aus den Innereien eine spaghettifähige Kürbissoße zaubert.

Halloween_Balkon

Dann ist Fußball im Volkspark angesagt. Leider geht der Ball über den Zaun des Fußball-Käfigs und bleibt zwischen den Hufen der Lampetier liegen. Nachdem wir den Fußball aus den Fängen der Trampeltiere befreit haben, hasten wir aus der Hasenheide nach Hause, um die Festtagsbemalung anzulegen. Dann wird geübt: Trick or Treat (schließlich leben hier jede Menge Amis) und die deutsche Entsprechung, Variante Xberg: Süßes oder Saures – oder wir schreien!

Halloween_A&R

Dann knobeln Mama und Papa, und natürlich verliert Papa. Zu viert – Rubens Klassenkamerad Joel ist noch zu uns gestoßen – brechen wir auf. Ich bin skeptisch. War Ruben letztes Jahr nicht schon daran gescheitert, bei unserer Nachbarin zu klingeln? Wie soll es da auf dem ganzen Straßenzug klappen? Doch ich werde eines Besseren belehrt. Die drei Jungs klingeln mit Begeisterung, wenn auch wenig Ausdauer: Wer nach fünf Sekunden nicht aufgemacht hat, ist selber schuld.

Und obwohl uns alle paar Meter andere Grüppchen vampiresk gestylter Kinder begegnen, ist die Rezeption erstaunlich freundlich: Vom Brötchen über Lakritzbonbons bis zur Tafel Ritter Sport reicht die Ausbeute. Einer der Beklingelten besteht darauf, dass die Kinder schreien – was Joel bereitwillig tut. Ein junges Paar schenkt den Kindern in Ermangelung „richtiger“ Süßigkeiten sogar ein Stück selbstgebackenen Kuchen, das Papa (der sich stets dezent im Hintergrund hält) gleich an Ort und Stelle vertilgen darf – die Tüte ist schon so voll.

Anfangs springen die Kinder in ihren überdimensionierten schwarzen Umhängen (formerly known as Mamas und Papas Jacken) noch begeistert die Treppen hoch, um sich im vierten Stock ihr Leckerli zu holen, dann werden die Ressourcen geschont. Es reicht,  Erdgeschoss und 1. Stock abzuklingeln – und das auch nur im Vorderhaus. Für Papa trotzdem eine prima Gelegenheit, ein paar Kreuzberger Hinterhöfe zu begutachten, zu denen er sonst nie Zugang hätte.

Und für nächstes Jahr haben wir schon eine prima neue Variante im Köcher: Süßes, sonst gibt’s Probleme im Leben.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Berliner Anfänge, Little brother is watching you, Rubelmann abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s