Krötenwanderung

Die Dämmerung zieht übers Land. Wir sind schon 400 Kilometer gefahren, bald haben wir es geschafft.

Mama, wann sind wir bei Oma und Opa?, fragt Anatol alle paar Minuten. Damit die Zeit schneller vergeht, singen wir Kinderlieder: Hab ne Tante in Marokko (und sie kommt) und Alle, die mit uns auf Kapernfahrt fahren.

Bei Hammelburg verlassen wir die Autobahn. Alle paar Kilometer sind Schilder zu sehen mit einem Frosch drauf: „Das heißt: Achtung, Krötenwanderung!“, erklärt Papa. „Im Frühling wandern die Frösche und Kröten zurück zu ihren Teichen“, ergänzt Mama.

Mir tun die Kröten so leid, sagt Ruben. Du darfst die nicht tot fahren, Mama!
Im selben Moment sehen wir vor uns eine kleine Krötenkolonie. Mama reißt das Lenkrad herum und umkurvt sie geistesgegenwärtig. „Aber wenn ein Auto entgegenkommt, können wir nicht ausweichen“, sagt Papa. „Sonst sind wir selber tot.“

Es gelingt uns, die Krötenregion ohne weitere Schlenker hinter uns zu lassen. Aufatmen. Da mahnt Anatol noch ein letztes Mal: Nicht die Schildkröte kaputtmachen, Mama! Die ist süß!

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