Sag zum Abschied leise Tschumpel

Eine Woche waren Oma und Opa jetzt da. Das hieß vor allem, dass Ruben jeden Abend   mit einem Packen bayerischer Tarockkarten zu Opa an den Tisch kam und schweigend seine zwei Stapel präsentierte. Die Botschaft war unmissverständlich: Tschumpeln.

Tschumpeln geht ganz einfach: Jeder dreht gleichzeitig eine Karte von seinem Stapel um, und die höhere Karte gewinnt. Der König schlägt den Ober, der Unter die Zehn, die As alle anderen Karten. Wenn zufällig beide Spieler das gleiche Blatt zücken, sagen wir: eine Neun, rufen beide Spieler Tschumpel! Und es gibt ein Stechen. Die nächste Karte wird verdeckt gelegt, die übernächste Karte entscheidet. So kann man auf einen Schlag sechs Karten gewinnen.

Tschumpeln kann im Prinzip ewig dauern: Denn selbst wenn der eine Spieler einen Lauf hat, kommt die Rache unweigerlich. Schließlich kommen all die gewonnenen Luschen als Pferdefüße wieder. Irgendwann muss die dem Gegner abgeluchste Sechs gelegt werden und der Stich geht unweigerlich verloren – es sei denn: Tschumpel!

Und so geht auch dieses Spiel irgendwann zu Ende. Nur nicht für Papa. Weil jetzt kommt ja jeden Abend Ruben mit einem Packen bayerischer Tarockkarten zu ihm an den Tisch und präsentiert schweigend seine zwei Stapel bayerischer Tarockkarten. Die Botschaft bleibt unmissverständlich: Tschumpeln.

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