Der aufgelöste Mensch

Ich habe vergessen, wie wir in diesen theologischen Disput geraten sind, aber ich erinnere mich noch an diesen prägnanten Satz meines Sohnes: Mama, weißt du, der Engel ist sozusagen der Freund von Gott, verkündete Ruben (5) vorgestern.

Gestern Abend reichte mein Sohn dann die Gottesdefinition nach. Er scannte gerade das Bücherregal im Kinderzimmer nach gutenachttauglichen Geschichten ab und zog eine Kinderbibel hervor. Sie schien ihm dann aber doch nicht geeignet.

Papa, warum gibt es eigentlich Gott?, fragte er.
– „Na ja, manche Menschen glauben, dass es Gott gibt, und manche glauben nicht daran“, erwiderte ich vorsichtig. „Wissen kann man es nicht, darum kann man es nur glauben.“
Und von wem ist Gott eigentlich geboren?, fragte Ruben weiter. Ich musste passen.
– „Das ist ja das große Rätsel: Wenn es Gott gibt – was war dann vor ihm da? Und wo kommt er auf einmal her?“
Gott ist ungefähr ein aufgelöster Mensch, gab Ruben sich selbst die Antwort. Er ist nur Luft. Man kann ihn nicht sehen, aber er ist immer da.

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