Die Mütze, die Tasche, das Handy

Heute früh ist Hektik angesagt. Die neue Putzfrau kommt. Die Bude muss halbwegs aufgeräumt sein. Staubsauger und Putzutensilien müssen bereitgestellt werden. Papas Handy muss aufgeladen werden. Und gefrühstückt will auch werden.

Zunächst wirft Anatol (18 Monate) untypischerweise den vollen Müslilöffel durch die Gegend. Der Teppich muss durch Papa vorgereinigt werden. Nach Abschluss des Frühstückvorgangs turnen Ruben (kurz vor fünf) und Anatol auf dem Esszimmerboden herum, wo auch Papas Handy deponiert ist, weil es neben der einzig freien Steckdose gerade keine Ablagemöglichkeit gibt.

Aus dem gleichen Grund (keine Ablagemöglichkeit, herumtollende und -rollende Kinder) kommt Papa auf die glorreiche Idee, den Putzeimer mit den Reinigungsmitteln auf das kleine Buchregal im Flur zu stellen. „Da kommt Anatol nicht ran“, denkt er. „Ist zwar bisschen wackelig, aber wir gehen ja gleich.“

Kaum ist der Gedanke zu Ende gedacht (und richtig zu Ende gedacht war er nicht), bleibt Ruben beim Tollen am Eimer hängen, der mitsamt Putzmitteln zu Boden poltert. Meister Proper beschließt spontan, sich komplett zu entleeren. Papa brüllt Ruben an, dann entschuldigt er sich (der Blöde war natürlich er) und wischt den Boden auf, der nun immerhin schon vor Editas Besuch zitronenfrisch riecht.

Dann wollen wir endlich gehen. Mama wird langsam sauer, denn auch sie möchte um neun im Büro sein und hat sich noch nicht die Zähne geputzt. Aber wo ist der Schlüssel für den Fahrradanhänger? In Papas Tasche ist er nicht. Wütend schüttet Mama ihren Handtascheninhalt auf den Boden – da ist er ja.

Jetzt nichts wie raus. Papa packt Ruben und Anatol und eilt zur Tür hinaus. Kaum ist die zu, fällt ihm auf, dass Anatol keine Kopfbedeckung hat. Er klingelt: „Die Mütze!“ Stumm reicht Mama das gewünschte Kleidungsstück heraus.

Tür zu. Da bemerkt Papa, dass er in der Eile des Aufbruchs auch seine Tasche hat liegenlassen. Er klingelt erneut: „Die Tasche!“ Stumm reicht Mama das gewünschte Accessoire heraus.

Tür zu. Da bemerkt Papa, dass er auch das Handy nicht eingesteckt hat. Er klingelt ein letztes Mal: „Das Handy!“ Dann brechen Vater und Sohn in einen hysterischen Lachanfall aus. Mother is not amused.

Auf der Treppe nach unten sagt Ruben strahlend: Papa, das war ein richtiges Abenteuer!

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2 Antworten zu Die Mütze, die Tasche, das Handy

  1. Muyserin schreibt:

    I am, too. 🙂

  2. parkwaechter schreibt:

    What? Amused or not? 😉

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