Angezählt

Ein pädagogischer Gemeinplatz lautet: Wenn Drohungen ausgesprochen werden müssen, gleicht das einer elterlichen Kapitulationserklärung: „Wenn du nicht…, dann…“ oder „Ich zähl bis drei, dann hast du die XY angezogen/aufgeräumt/geputzt…“

„Aber wenn es hilft…“, mag mancher einwenden.

Ich bin bei sowas auch prinzipiell pragmatisch (Vorsicht, Oxymoron!), doch was soll man davon halten, wenn der eigene Sohn das Ganze von vornherein nur als Spiel begreift? Ist das nicht die Höchststrafe?

Nicht unbedingt – wenn die gewünschte Handlung gerade deshalb erfolgt, weil das Kind die Sache sportlich begreift…

So fordert Ruben meine abendliche Strenge manchmal geradezu ein, wenn er kurz vor acht fragt: Magst du, wenn du wiederkommst, sehen, dass ich ausgezogen bin? Kaum bin ich aus dem Zimmer, geht es mit rasendem Eifer los: Wäre doch gelacht, wenn ich nicht fertig bin, bevor der Alte wiederkommt…

Etwas leicht Demütigendes hat freilich die Aufforderung: Du sollst zählen: 1, 2, 3! Zumal wenn sie von einem aufmunterndem Lachen begleitet wird.

Ich springe nicht über jeden Stock, den mir mein Sohn hinhält. Verstanden? Sonst…

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