Âventiure

Kurz nach fünf, wir gehen noch mal raus, bevor es dunkel wird – Ruben, Anatol und ich. Ich schiebe meine beiden Jungs mit der poussette am oberen Ende des Parks entlang – Anatol drinnen auf dem Lammfell liegend, Ruben draußen auf dem Buggyboard stehend -, als uns ein Mann entgegenkommt, zirka Ende dreißig. Er sieht eigentlich ganz normal aus, hat aber den Schal über den Mund gezogen, als hätten wir sibirische Kälte – dabei haben wir zehn Grad über Null.

Er sucht meinen Blick, hält an, fragt mich etwas. Ich verstehe ihn nicht auf Anhieb. Irgendwas mit père de famille. Ich wappne mich: Will er über Jesus reden? Die Welt retten? Geld schnorren? Oder einfach nur nach dem Weg fragen?

„Vous parlez français?“ – Jetzt verstehe ich ihn. Ich nicke. „Vous êtes père de famille?“, wiederholt er seine ursprüngliche Frage. Ich nicke erneut, nun schon etwas zögerlicher. Der Mann bemerkt meine Verwirrung: „Anglais?“ Ich nicke ein drittes Mal.

„I will say it in French“, kündigt der Wegelagerer an: „Les pères de famille sont les derniers aventuriers du monde!“ Sagt’s, klopft mir freundlich auf die Schulter und zieht von dannen.

Ach so.

Was hat der Mann gesagt?, fragt Ruben. „Dass die Familienväter die letzten Abenteurer dieser Welt sind“, sage ich lächelnd und schiebe unseren Wagen weiter.

Kein Wegelagerer, ein Verbündeter.

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