Baby an Bord (II)

Das Baby hat in meinem Bauch geschlafen. Ruben sitzt auf seinem Hochstuhl am Frühstückstisch, hebt sein Schlafanzugoberteil an und präsentiert seine Plauze.  „Erinnerst du dich noch an gestern“ , frage ich. „Dass Aaron eine Schwester bekommen hat?“
Ruben hat eine Schwester und Aaron einen Bruder.
„Nein, Aaron hat eine Schwester bekommen, und du kriegst einen Bruder.“
Die Frage ist nur, wenn ich eine Schwester hab…

Die Formulierung die Frage ist nur gehört zur Zeit zu Rubens Lieblingsphrasen. Kürzlich sagte er, als ich ihn gerade auf dem Wickeltisch ankleidete: Die Frage ist nur, wenn man einen Unfall hat. Vermutlich sagte er es, weil ich ihn immer wieder davor warne, allzu ungestüm auf dem Wickeltisch herumzuzappeln. Die Frage ist nur, wo er diesen Satz aufgeschnappt hat.

Aber zurück zum Baby in Rubens Bauch. Das Phänomen, dass Kinder, sobald die Mutter schwanger ist, gerne behaupten, selber ein Kind im Bauch zu haben, ist weit verbreitet und mir auch aus unserem Bekanntenkreis bekannt. Rubens Freund Milan zum Beispiel horchte neulich eine Weile in seinen Bauch hinein und sagte dann mit großer Geste: „Jetzt ist das Baby da!“

Ruben unterscheidet aber zwischen dem Baby und dem Bruder. Das Baby ist in seinem Bauch, und der Bruder in Mamas Bauch. Dass man vorsichtig sein muss mit so einem Babybauch, weiß Ruben – zumindest, sofern es sein eigenes Baby angeht. Bei der Mutter fragt er zwar gelegentlich Was macht der Bruder?, legt aber nicht immer die gebotene Behutsamkeit an den Tag.

Trotzdem scheint sich Ruben auf den Baby-Bruder zu freuen. Aber natürlich gibt es auch noch andere Themen, Männerthemen wie das Sockenanziehen zum Beispiel. Als die Mutter Ruben kürzlich Stoppersocken anziehen wollte, riss er sich los, lief zu mir und sagte: Die Männer sollen das machen, nicht die Frauen.

Irgendwas muss für uns ja auch noch zu tun bleiben.

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Eine Antwort zu Baby an Bord (II)

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