Volkslieder, ideologiekritisch gesehen

Gern blättert Ruben mit uns Liederbücher durch. Dann singen wir unermüdlich „Winde wehen“, „Spannenlanger Hansel“ oder „Geh aus mein Herz und suche Freud“. Die Mutter ist dabei unendlich viel stimm- und textsicherer als der Vater. Doch mein Sohn wäre nicht mein Sohn, wenn er diese Schwäche nicht mit Nachsicht behandeln würde. Könn mer des? fragt er fürsorglich. Lautet die kleinlaute Antwort „Nein“, blättert der kleine Rubelmann taktvoll weiter. Irgendwann kommt wieder ein Lied, dem Papa gewachsen ist.

Auch was die Textgestalt angeht, zeigt sich mein Sohn flexibel. So wird bei den Drei Chinesen mit dem Kontrabass aus der Zeile „…und erzählten sich was“ ein abgeklärtes …und erzählt wieder was. Bei Bunt sind schon die Wälder versteht Ruben freilich keinen Spaß. Bei der Zeile „Wie die volle Traube aus dem Rebenlaube purpurfarbig strahlt!“ weist er  schon vorab auf die korrekte Textform hin: Die TRAUBE, nicht die LAUBE! mahnt er jedesmal streng.

Heute wurden der Kuckuck und der Esel einer ideologiekritischen Bewertung unterzogen. Nach zwei Strophen Waldidylle reichte es Ruben und er schloss sarkastisch: Das klang so schön und klebrig, so schön von fern und nah…

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Eine Antwort zu Volkslieder, ideologiekritisch gesehen

  1. Volkslieder schreibt:

    Hahahaha! Netter Artikel!

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