Sag mal Ballenpresse!

Das kleine Mädchen hat große Angst, erklärt mir Ruben. In seinem Bilderbuch findet gerade ein Feuerwehreinsatz statt, und man sieht, wie eine kiebitzende Mutter gerade ihr schreiendes Kind beruhigt. Die Feuerwehr kommt und macht tatü, tata – ist laut!, erläutert mein Sohn und betont mehrmals Das kleine Mädchen hat GROOOSSE Angst! Bis es auch der doofe Papa verstanden hat.

Mit großer Freude verwendet der kleine Rubelmann auch das Partizip Perfekt. Und weil er ein kluger, aber auch etwas bequemer Junge ist, hat er die Grundregel gleich erkannt und hängt einfach überall vorne ein ge- dran und hinten ein -t. Also: Das Mädchen hat gegesst, Mama hat getrinkt und Papa hat gesingt. Das ist ja auch irgendwie logisch und deckt sich zudem mit der allgemeinen Theorie des Spracherwerbs: Dass man seine Kenntnisse nämlich zunächst mittels Übergeneralisierung erweitert und dann erst die Ausnahmen lernt.

Korrekturen nimmt Ruben je nach Laune entweder gnädig zur Kenntnis, indem er sie wiederholt (GE-TUNN-KENN!), oder er ignoriert sie – scheinbar. Wie den Hinweis auf das landwirtschaftliche Nutzfahrzeug. „Schau mal – was ist das für ein Fahrzeug? Eine Ballenpresse! Sag mal Ballenpresse!“ Ruben ist nicht interessiert und sagt lieber Mähdresser und Tecker. Aber ich könnte wetten: Irgendwann, wenn ich nicht mehr damit rechne, wird er das Wort ohne Vorwarnung in die Debatte werfen, egal in welche: Ballenpresse.

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